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Lokale Wirtschaft: Auf dieTechnik kommt es an

VON JENS KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 12.03.2006 - 21:30

Hannover/Rhein-Kreis Neuss Das haben die Cebit und der Fußball ge-mein: Auf die Technik kommt es an. Trotz 1:4-Klatsche gegen Italien, trotz der Demütigungen für die deutschen Klubs in der Champions League und auch der aktuellen Klinsmann-Diskussion zum Trotz: Die Fußball-Weltmeisterschaft warf auf der Messe in Hannover - die Cebit läuft noch bis Mittwoch - ein unübersehbares Schlaglicht.

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RFID

Radio Frequency Identification (RFID) ist eine Methode, um Daten auf einem Transponder berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern zu können. Dieser Transponder kann an Objekten angebracht werden, die dann anhand der darauf gespeicherten Daten automatisch und schnell identifiziert werden können.

Das Leder rollte über Plakate, Flachbildschirme, Folder, Info-Broschüren - und bei Toshiba, einem der offiziellen WM-Sponsoren, der seine Deutschland-Zentrale in Neuss aufgebaut hat, sogar über einen festgeklebten Kunstrasen, auf dem eine handvoll Nachwuchskicker ihre Schussgeschwindigkeit (mehr oder weniger erfolgreich) testeten.

Selbst Audioline, der Neusser Her-steller von Festnetz-Telefonen und Anrufbeantwortern, präsentierte ein „Funny Football Phone“. Geschäftsführer Manfred Zinnow erklärt: „Wir haben zur WM natürlich das Thema Fußball aufgegriffen.“ Statt eines Klingelns würde sich das Telefon bei Anruf mit „Tor, Toor, Tooor!“ melden. Eine Reminiszenz an den WM-Titel von 1954?

Bei den Funktionen für Festnetz-Telefone, das gestand Zinnow ein, gebe es jedenfalls keine revolutionären Neuerungen. „Das Telefon ist zunehmend ein Wohn-Accessoire“, glaubt der Audioline-Chef.

Mit Sensortasten - das Ziffernblatt leuchtet erst bei Berührung auf - und im schmucken aber schlichten Design, kommt etwa das „Shadow 500“ daher. Und sonst? Eigentlich ginge es der Firma auf der Cebit darum - und damit stimmte Zinnow ein in den Tenor etlicher Firmen -, Lieferanten und Kunden zu treffen. „Insbesondere auf internationaler Ebene“, erklärt Zinnow.

Das größte Menschenknäuel bildete sich am Donnerstag, dem Eröffnungstag, aber ausgerechnet um den weitschweifigen Metro-Stand in Halle 6. Eigentlich war es eher das „Terrain“ eines Konzerns, dessen jüngste Innovation so gar nicht sexy wirkt: Bei der Metro, deren Innovation-Center in der Quirinusstadt ansässig ist, ging es um RFID, um jene Funkchips also, die die Artikel-Daten beim Shoppen künftig automatisch an die Kasse senden und womöglich den Barcode ablösen werden.

Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es sich nicht nehmen lassen, bei ihrem Rundgang einen Einkaufswagen durch die Funk-Schleuse zu schieben. Insbesondere solle die Technologie zunächst in den Lägern und im Logistik-Bereich eingesetzt werden, erläutert Metro-Chef Hans-Joachim Körber gegenüber der NGZ.

Noch ist die Herstellung der Chips indes zu teuer, als dass des sich lohnen würde, sie auf jeden Joghurt-Becher zu kleben. Zehn Jahre würden bis dahin wohl noch ins Land ziehen.

„Bleiben sie dran - und machen sie das gut“, hatte die Bundeskanzlerin geraten. Auf den WM-Karten - und damit war auch hier der Bogen zum Top-Thema Fußball geschlagen - werde RFID aber natürlich eingesetzt, so Körber.

Auch bei Kyocera, Sponsor von Borussia Mönchengladbach, war die stilisierte Pille - die auf Tuch-Bahnen gedruckt am Stand der Meerbuscher herunterwehten - nicht zu übersehen. Fohlen-Profi Jeff Strasser, so PR-Assistentin Bettina Horster, wolle zur Autogramm-Stunde vorbeischauen.

Selbst bei Verlassen des Messe-Geländes blieb der Hype um den Kick allgegenwärtig. Wer in die Linie 18 stieg, um in Richtung Hannover Hauptbahnhof zu fahren, wurde gleich beim nächsten Stopp der Bahn - wenn auch unfreiwillig - mit einem Fußball-Kommentar des Fahrers konfrontiert: „Nächster Halt: ,Mittelfeld’.“

Quelle: NGZ


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