Neuss/Köln Der Neusser Bürgermeister Herbert Napp hat eine Vision, und Markus Lebek vom Amt für Wirtschaftsförderung soll diese Vision Wirklichkeit werden lassen. „Food-City“ - Stadt der Nahrungsmittel - heißt das im vergangenen Jahr angestoßene Projekt.
Neuss als Food-City zu etablieren, bedeutet jedoch mehr, als nur die Produzenten von Mehl, Öl, Sauerkraut und Co. an einen Tisch zu bitten. Das Ziel ist, auch jene für das Projekt zu gewinnen, die mit ihrem technischen Know-how erst möglich machen, dass produziert, abgefüllt und verkauft werden kann.
Damit Butter in die Hülle kommt
Die Anuga FoodTec, die noch bis Freitag in der Kölner Messe mehr als 1150 Ausstellern aus 42 Ländern ein Forum bietet, war deshalb gestern Ziel von Markus Lebek, um dort bei sechs Neusser Firmen und Unternehmensdependancen der Lebensmittel- und Getränketechnologie für Food-City zu werben.
„Die Messe ist eine hervorragende Gelegenheit, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen“, begründet Lebek dieses Ausschwärmen in relative Ferne. Ein Anlaufpunkt für ihn: Lune Prozesstechnologie mit Sitz an der Kantstraße in Neuss. Die Firma ist auf Systeme für Messaufgaben spezialisiert. „Gase, Abwasser, Polyamide“, zählt Geschäftsführer Harald Böhnert Einsatzzmöglichkeiten auf.
Nicht zu vergessen Flüssigkeiten, beispielsweise Milch. Lune bietet einen Sensor an, der in der Fachwelt für Gesprächsstoff sorgt. Ebenso vielversprechend entwickele sich daher das Messegeschäft. Böhnert: „Jeder Entscheidungsträger aus der Milchwirtschaft ist hier.“ Lebek setzt seine Runde fort. Bei Benz & Hilgers, die unter dem Namen „Benhil“ im Gewerbegebiet Taubental produzieren, dreht sich alles um die Verpackung. Benhil ist ein Unternehmen des IWKA-Konzerns.
Milchprodukte wie Butter und Frischkäse, aber auch Margarine und Suppenwürfel kommen mit Hilfe von Benhil in die Umhüllung: Die Becherfüll- und Verschließmaschinen und Einschlagmaschinen haben international einen guten Ruf. „Wir liefern von Neuss aus weltweit und sind deutlich Marktführer“, berichtet Geschäftsführer Joachim Dittrich. Die Exportquote liege bei 90 Prozent, ergänzt Sales Director Bernd Grosse-Venhaus.
In direkter Nähe zu Benhil, an der Jagenbergstraße, sitzt Asbofill, ein Tochterunternehmen SIG-Gruppe, die ebenfalls einen riesigen Messestand besetzt. Auch Asbofill passt in das Cluster für das Projekt Food-City Neuss. Das Haus entwickelt Abfülltechnik für Kunststoffflaschen.
Der Mann von der Neusser Wirtschaftsförderung hat sich weitere Namen notiert: Garlock, Spezialist für Dichtungen und Dichtungssysteme, Kawasaki Robotics und Thermobil mobile Kühllager, seit Anfang dieses Jahres in Neuss ansässig. „Eine ganz interessante Sache“, zeigt sich Lebek beeindruckt. Thermobil vermietet Kühlcontainer, Kühlzellen, Schnellgefrieranlagen, Auftauanlagen und Klimakammern - kurz: Temperaturlager von minus 45 bis plus 60 Grad. Fazit: Food-City tauglich!
Vieles an Food-City ist noch Zukunftsmusik. Aber die Töne werden langsam lauter. Vor wenigen Tagen erst lief die Veranstaltung „Aus- und Weiterbildung Ernährungswirtschaft“ bei der Firma C. Thywissen; am 25. April soll das Thema „Vermarktung Ernährungswirtschaft“ angeschnitten werden.
Zwei Tage später folgt ein Besuch in der Fachhochschule Niederrhein. Beim ersten „Neuss-Düsseldorfer Hafentag“ vom 18. bis 20. Mai schließlich will sich die Neusser Nahrungsmittelbranche gemeinsam präsentieren.
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