Büttgen Helmut Linssen weiß, wie er zu seinen Zuhörern reden muss, um verstanden zu werden. Der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen greift zu lässiger, mitunter schnodderiger Sprache, um seinem Auditorium die Botschaft zu überbringen: Sparen, sparen, sparen.
Nicht anders war es am Donnerstag beim Kaarster Wirtschaftstreff, der dieses Mal im Rahmen der Messe „b2d“ - Business to Dialog - im Sportforum Büttgen veranstaltet wurde. „Der Staat muss sich aus vielen Bereichen zurückziehen“, erklärte der CDU-Politiker mit Nachdruck.
Er sprach von der „Peitsche des Wettbewerbs“ als Chance, die es zu nutzen gelte und propagierte die Förderalismusreform als geeignetes Mittel, in den Zuständigkeitenwust zwischen Bund und Ländern Klarheit zu bringen. Und immer wieder der Verweis aufs Sparen. „Ich werde mich überhaupt nicht beirren lassen“, gab er seinem Publikum mit auf den Weg.
Linssen war indes nicht der einzige Programmpunkt auf der Bühne der Business-Messe, auf der sich an den vergangenen zwei Tagen viele regionale Mittelständler präsentierten (die NGZ berichtete mehrfach). Talkrunden und Podiumsdiskussionen gab es im Dreiviertelstundentakt. Ob „Sichere Vertragsgestaltung“ oder „Noch 85 Tage bis zur Fußball-WM“ - die Bandbreite der Themen sprach für sich.
Doch nicht nur auf dem Podium, sondern auch an den Messeständen - darunter NGZ und NE-WS 89.4 - wurde „getalkt“. Und dass dies nicht nur der berüchtigte Smalltalk war, sondern ganz konkrete Geschäftsbeziehungen dabei zum Teil neu geschmiedet wurden, bestätigt Birgit Knuplesch, Rhein-Ruhr-Controlling, aus Kaarst: „Wir haben viele Kontakte geknüpft und einige Aufträge bekommen.“ Über diesen Erfolg sei sie „überrascht“, bekannte sie auf Nachfrage der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Ebenfalls positiv äußerte sich Ulf Hofes als Veranstalter. „Die Zusammenarbeit aller hat gut geklappt“, sagte er.
Allein vor der Halle kam es angesichts begrenzter Parkplätze zu teilweise chaotischen Situationen. Darin sieht auch Kreiswirtschaftsförderer Jürgen Steinmetz Verbesserungsmöglichkeiten. Auch die Besucherzahl könne noch gesteigert werden. Am Donnerstag und Freitag schauten insgesamt 1800 Interessierte auf der „b2d“ vorbei, eine Messe, die nach ähnlichem Konzept auch in anderen Städten regelmäßig als Forum angeboten wird.
„Ich trete für eine Wiederholung ein“, signalisierte Jürgen Steinmetz gestern Nachmittag. Ob es dazu kommen wird, werde sich in den nächsten Tagen zeigen, wenn alle Erhebungen ausgewertet worden sind. Die Vorzeichen sind allerdings nicht die schlechtesten.
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