Neuss Neun Blüten, drei schwarze, drei rote, drei in goldgelb gehalten, sollen das anvisierte Wachstum im „Land der Ideen“ symbolisieren. Gemeint ist Deutschland. „Der Reiseführer“, auf dem die Blümchen abgedruckt sind, führt 365 Orte der Republik auf, die das innovative, wirtschaftliche oder kulturelle Potenzial des Landes repräsentieren.
„Land der Ideen“ ist eine Standortinitiative der Bundesregierung. Horst Köhler ist Schirmherr, die Deutsche Bank Kooperationspartner, für Neuss wird die Museumsinsel Hombroich am 8. April ausgezeichnet. Ein Hauch von „Du bist Deutschland“ umweht die Idee.
Doch der Reiseführer war am Donnerstag nur ein Nebenschauplatz beim Pressegespräch im Gebäude der Deutschen Bank an der Niederstraße. Das Geldhaus bilanzierte dort das vergangene Geschäftsjahr - und wähnt sich angesichts des Wachstums ebenfalls im Blütenreich: Von einer erfreulichen Entwicklung sprach Ulrike Schäfer, Leiterin der Marktregion Düsseldorf-Süd.
Zulegen konnte das Kreditinstitut insbesondere im Bereich der Baufinanzierung. Das Neugeschäft habe in der Marktregion Düsseldorf-Süd um 67 Prozent auf 102 Millionen Euro gesteigert werden können. Womöglich ein Vorzieheffekt durch den Wegfall der Eigenheimzulage?
„Die Zinsen seien immer noch sehr niedrig“, so Schäfer. Von der Leitzins-Erhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) - dort versorgen sich die Banken ihrerseits mit Geld - erwartet sie zunächst keine Weitergabe-Effekte für den privaten Bankkunden.
Auch die Infrastruktur in der Region haben die Banker aufpoliert: Ein neues Finanzberaterbüro in Reuschenberg entstand; drei „Investment & FinanzCenter“ (IFC) seien renoviert beziehungsweise modernisiert worden. „Da ist jetzt alles offener, heller“, sagte Schäfer. In den kommenden beiden Jahren sollen weitere Finanzberaterbüros entstehen.
Gepunktet habe die Bank zudem als Kooperationspartner des ADAC, so Schäfer. Der Automobilclub biete seinen Mitgliedern Sparprodukte - ansparen für den Führerschein - des Geldhauses an. Es scheint, als rücke das Privatkundengeschäft, das in Zeiten des Börsenbooms vernachlässigt worden ist, wieder stärker in den Fokus des Kreditinstituts. Auch Studenten hatte die Bank im vergangenen Jahr verstärkt ins Visier genommen.
„Studierende, die nicht von ihren Eltern unterstützt werden, können sich bei der Deutschen Bank einen Kredit aufnehmen, der über maximal fünf Jahre läuft“, erklärte Elke Claßen, Leiterin des IFC in Neuss. Die Eltern müssten dafür nicht bürgen. Bis zu 800 Euro würden Studenten zugestanden.
5,9 Prozent Zinsen fielen während der Auszahlungsphase an. Das Geld werde unabhängig vom Studiengang locker gemacht. Allerdings müssten die Kreditnehmer zwischendurch eine Wasserstandsmeldung machen. Mit den anvisierten Studiengebühren in NRW habe das Produkt indes nichts zu tun, versicherte Claßen.
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