Von Thilo Zimmermann
Am ersten April-Wochenende ist es wieder soweit: Dann muss die OfficeXpress Supplies GmbH wieder zusätzliche Räume am Kaarster Neumarkt beziehen. Was 1998 als Start-up-Unternehmen mit acht Mitarbeitern begann, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte mit einem mittlerweile 55-köpfigen Kollegium entwickelt, Tendenz steigend. Johannes Hollender, Nicole Peiffer und Wolfgang Illbertz (von links), Marketing- und Verkaufsexperten in Diensten von OfficeXpress, koordinieren mit ihren Kollegen von Kaarst aus den Handel "mit allem, was in den Drucker kommt". -->
"Der Büromöbel-Lieferant glaubt mir schon gar nicht mehr, wenn ich sage, dass ich ihn nun zum letzten Mal brauche", sagt Managing Director Silvia Scholz und lacht. Der Jahresumsatz stieg zwischen 1998 und 2003 von 3,7 auf 31,5 Millionen Euro. "Dieses Jahr erwarten wir 38 bis 40 Millionen, und damit sind wir kein Kleiner mehr", berichtet die Expertin. Die Firma OfficeXpress handelt mit EDV-Verbrauchsmaterial. Anders ausgedrückt: "Mit allem, was in den Drucker kommt", wie Marketingchef Johannes Hollender betont. Die Palette reicht von der Tinten-Patrone über die Toner-Kassette bis zum Speicher-Medium.
Darüber hinaus verschaffen die Kaarster ihren Kunden Datensicherungssysteme von der CD bis zum Rechenzentrumsbedarf und Spezialpapier auf Rollen und im Großformat. Einer der größten Abnehmer: Das Bundesinnenministerium unter der Leitung von Otto Schily. Außerdem ordern Fernsehsender RTL, die Versicherung Concordia oder die Handelsgruppe Markant bei OfficeXpress.
"Die Vision vom papierlosen Büro hat sich nur teilweise bewahrheitet, und so geht es unserer Branche auch in wirtschaftlich schwächeren Zeiten nicht wirklich schlecht", so Scholz und Hollender. Mit anderen Worten: "Wir haben nicht die Wahnsinnsschwankungen, wie sie bei Investitionsgütern üblich sind. Gedruckt wird auch in der Konjunkturflaute." OfficeXpress ist eine 100-prozentige Tochter des Großhändlers UFP Deutschland GmbH. Seine Angestellten arbeiten nicht nur in der Kaarster Zentrale, sondern auch in den inzwischen gegründeten Niederlassungen Hannover und Freilassing. "Pro-aktive Tele-Sales" gehen da vonstatten.
Silvia Scholz erklärt, was das ist: "Wir rufen unsere Kunden an und warten nicht darauf, dass das Telefon klingelt. Die Zauberworte heißen ,Customer Relationship' und Flexibilität. Beides braucht man auf diesem schnelllebigen Markt." Um vom Warenfluss vom Produzenten über den Groß- und Fachhandel bis zum gewerblichen Endkunden profitieren zu können, sind nach Auffassung von Silvia Scholz zwei Dinge unabdingbar: "eine straffe Organisation und eine permanente Kostenkontrolle." Beides habe das Unternehmen im Griff, versichern
"Klar zur Top 10"
seine Protagonisten. Nicht umsonst zähle man "klar zur Top 10" unter den 24 deutschen "Select Partnern" von Hewlett-Packard. Der Weg, den etwa eine Druckerpatrone zurücklegt, ist beachtlich: Die Logistik-Kette reicht von der HP-Fabrik in Mexiko übers Europa-Lager des Herstellers und das Distributionslager von OfficeXpress in Kamp-Lintfort bis zum meist mittelständischen Kunden, dessen (Online-) Bestellung zuvor in Kaarst aufgelaufen ist. "Haben wir bis 15.30 Uhr den Auftrag erhalten, bekommt der Kunde am nächsten Morgen über den Paketdienst seine Ware - egal, ob er in Köln oder München sitzt", heißt es.
Das Unternehmen ist Mitglied im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) und bereitet sich gerade auf eine Präsentation größerer Art vor: Beim "Tag der Wirtschaft", den der BVMW am 4. Mai in der Dortmunder Westfalenhalle ausrichtet, ist OfficeXpress an vorderster Front dabei.
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