Der flauschige Kuschel-Bär aus der Fernseh-Werbung grüßt schon von der Hallenwand: US-Multi Procter & Gamble eröffnete Donnerstag in seinem Werk im Neusser Hafen einen sechs Millionen Euro teuren Komplex, der zuerst als Lager und dann unter anderem als Produktionsstätte für "Charmin"-Toilettenpapier genutzt wird. Gaben per Knopfdruck den Startschuss für den neuen Komplex von Procter & Gamble: von links Jan Robben, Dieter Patt, Angelika Quiring-Perl und Ludwig von Hartz. NGZ-Foto: A. Woitschützke
"Viele Unternehmen konzentrieren sich zurzeit aufs Sparen, denn Investitionen erfordern Vertrauen und gründen sich auf Ziele und Visionen. Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Produkte und ganz klare Ziele und Visionen", sagte der neue Werksleiter Jan Robben vor zahlreichen Besuchern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Landrat Dieter Patt schlug in die gleiche Kerbe: "Gerade in diesen nicht einfachen Zeiten sind solche Investitionen ein Zeichen, das in die Zukunft weist und Arbeitsplätze sichert."
Auch die Neusser Vize-Bürgermeisterin Angelika Quiring-Perl war voll des Lobes. "Procter & Gamble hat in den vergangenen Jahren 75 Millionen Euro in Neuss investiert und damit Vertrauen in unseren Wirtschaftsstandort signalisiert. Heute können wir mit Stolz sagen, dass 70 Prozent aller Tempo-Taschentücher von Neuss in die Welt geliefert werden", so die Politikerin. Jan Robben hatte zuvor seinen Dank an Kreis und Stadt ebenso abgestattet wie an die beteiligten Unternehmen und Mitarbeiter sowie die Neuss-Düsseldorfer Hafenbetriebe um Geschäftsführer Ludwig von Hartz.
Die 100 Meter lange, 30 Meter breite und 22 Meter hohe Halle sei "in Rekordzeit" aus dem Boden gestampft worden, so der Manager. Nachdem im Sommer 2002 das Fundament gelegt wurde, entstand der Hochbau binnen vier Monaten. Kein Unfall und kein Unwetter warf den Terminplan über den Haufen. Logisch, dass Projektleiter Reinhold Himmelreich glänzende Augen bekam, als Robben, Patt, Quiring-Perl und von Hartz mit einem Knopfdruck für eine automatische Förderanlage den symbolischen Startschuss für den neuen Betrieb gaben.
Der Werksleiter feierte die Anlage als "Meilenstein für unser Werk und die Zukunftsaussichten dieses Standorts". O-Ton Robben: "Dieses Projekt macht uns fit für den Wettbewerb in Europa und bietet die nötige Infrastruktur für eine Kapazitätserweiterung ohne Zeitverzug." Die Führungsmannschaft von Procter & Gamble nutzte den Eröffnungstag auch zu einer Liebeserklärung an die Stadt: "Neuss ist für uns nicht zuletzt wegen seiner zentralen Lage in Deutschland und Europa ein sehr wichtiger und sehr attraktiver Standort", sagte Jan Robben.
Was 1962 als Vereinigte Papierwerke begann und 1994 von Procter & Gamble übernommen wurde, wächst und wächst: 1996 neues Kesselhaus, 1998 neues Technical Center, 1999 neue, zentrale Energieversorgung, 2000 erste Hochgeschwindigkeitsproduktion für Papiertaschentücher, 2001 neue Produktentwicklungshalle und nun ein weiterer Komplex. 620 Menschen arbeiten dort, wo jährlich 100.000 Tonnen Papier von "Tempo" über "Bess" bis "Charmin" hergestellt werden. Das ergibt eine 1,3 Millionen Kilometer lange Papierbahn, mit der man die Erde 32 Mal umwickeln könnte. Sie solle, so Robben, ebenso wenig abreißen wie die Erfolgsgeschichte des Konzerns.
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