"Ein wertvoller und toller Preis ist Ihnen sicher! Ihr Mindest-Preis beträgt 499 Euro." Vermeintliche Glückspilze, denen in diesen Tagen eine schriftliche Gewinnmitteilung der "Ziehungszentrale Nord" mit diesem Wortlaut ins Haus flattert, sollten nicht reagieren und das Schreiben am besten gleich in den Papierkorb befördern, dies rät die Verbraucherzentrale NRW.
Zurzeit werden die Beratungsstellen mit einer Flut von Anfragen und Reklamationen zu Gewinnmitteilungen dieser dubiosen Glücksspielfirma bestürmt. Die vermeintlichen Glückspilze wollen wissen, ob und wie sie tatsächlich einen satten Geldgewinn aus einem Preisrätsel einstreichen können, obwohl sie sich nicht erinnern können, jemals an einem solchem überhaupt teilgenommen zu haben.
"Die Masche mit der Teilnahme an einem Preisrätsel und dem angeblich richtigen Lösungswort - Paris - sollte die Empfänger bereits stutzig machen, dass da was nicht stimmt", dämpft die Verbraucherzentrale NRW die Gewinnerwartung der Angeschriebenen. Die "Ziehungszentrale Nord" wolle durch den von ihr verwendeten Firmennamen, der an gebräuchliche Klassenlotterien erinnert, und durch eine scheinbar persönliche "Gewinnmitteilung" bei den Adressaten den Eindruck erwecken, als hätten sie jeweils einen hohen Geldpreis gewonnen.
"Doch in Wirklichkeit zahlen die vermeintlichen Glückspilze sogar noch drauf", warnt die Verbraucherzentrale davor, der "Ziehungszentrale Nord" auf den Leim zu gehen: "Genau betrachtet werden Angeschriebene sogar doppelt und dreifach abgezockt, wenn sie auf die getürkten Gewinnmitteilungen eingehen."
Denn wer seinen Preis anfordern will, müsse zunächst eine beigefügte Postkarte ausfüllen und zurückschicken. Darauf seien neben der Anschrift auch noch das Geburtsdatum anzugeben: eine Abfrage von Daten, die per se schon zweifelhaft sei. Wenig später werde dem "glücklichen Gewinner? dann über ein "Gewinnzertifikat" mitgeteilt, dass er sich den Preis bei einem "kostenlosen Tagesausflug mit Besichtigungs-Programm" persönlich abholen muss.
"Doch diese so genannten ,Promotionen-Touren' sind nichts anderes als übliche Verkaufsveranstaltungen, bei denen gutgläubigen Teilnehmern meist überflüssige Waren für häufig überteuertes Geld von geschulten Propagandisten aufgeschwatzt werden", wissen die Verbraucherschützer aus langjähriger Beratungspraxis. Das einträgliche Geschäft mit der Kaffeefahrtmasche reicht den Veranstaltern allerdings noch nicht.
Auch den angepriesenen Gewinn von 499 Euro gibt's nicht in bar, sondern nur in Form eines Reisegutscheins für einen zehntägigen Aufenthalt in Spanien. Doch auch hinter diesem "Sponsorenscheck" verbirgt sich laut Verbraucherzentrale ein beliebter Trick: "Reist man allein, wird ein Einzelzimmerzuschlag zum Reisegutschein extra berechnet. Nimmt man jedoch noch weitere Personen mit, fallen für jeden ,Zubucher' zusätzlich je 499 Euro Reisekosten an."
Darüber hinaus schlägt auch die angegebene Rufnummer zur Info-Hotline bei jedem Anruf mit 98 Cent zu Buche, obwohl sich immer nur ein Anrufbeantworter meldet, der dazu auffordert, den vermeintlichen Gewinn per Karte anzufordern. Die Verbraucherschützer raten dringend ab, auf diese und ähnlich dubiose Gewinnzusagen zu reagieren.
Verbraucher hätten rechtlich betrachtet zwar Anspruch auf zugesagte Gewinne und könnten diese einklagen. Allerdings tauchten viele dubiose Gewinnspielfirmen vor der Auszahlung ab - und die Betroffenen beklagen neben dem entgangenen Gewinn zusätzlich auch noch die Prozesskosten.
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