München (ki) Flanieren auf einer Promenade entlang des Hafenbeckens I, vom „Haus am Pegel“ Stufen einer breiten Freitreppe herabschlendern, mit Blick aufs Wasser einen Kaffee genießen, beobachten, wie Passagier- oder Hotelschiffe festmachen - wenn Klaus Harnischmacher und Frank Gensler, Geschäftsführer der Stadthafen Neuss Verwaltungsgesellschaft, bei der „Expo Real“ in München mit Planer Professor Ulrich Coersmeier den Blick auf den neuen Neusser Hafen lenken, werden ihn viele, die von früheren Präsentationen noch die Industriebrache Case-Gelände vor Augen haben, nicht wiedererkennen.
Unter dem Titel „Anlegen in der Zukunft“ steht der vom Neusser Stadtrat verabschiedete Rahmenplan für das 13,5 Hektar große Gelände auf der Hafenmole I und das rund vier Hektar umfassende Areal der Werhahn KG auf der gegenüber liegenden Seite am Rande der Innenstadt im Mittelpunkt des Neuss-Auftritts am Stand „rheincity düsseldorf + partner“.
„Business meets lifestyle“, das Motto des Messeauftritts der Landeshauptstadt könnte auch zu den Neusser Hafenplänen passen. Zwar sollen auf der Hafenmole I Gewerbe und Dienstleistungen sowie Produktion und Lager im Mittelpunkt stehen, dies jedoch ergänzt durch ein Grünkonzept und eine Erschließung auch für Fußgänger und Radfahrer, die aus dem Areal mehr machen soll als einen Gewerbestandort.
Auf dem Gelände der Werhahn KG besteht zudem die Chance, Wohnen und Arbeiten in hochattraktiver Lage zu verbinden. „Mit dem Ratsbeschluss über den Rahmenplan haben wir gegenüber früheren Jahren, in denen wir auch bereits mit Hafenplänen in München waren, eine völlig neue Situation“, sagt Gensler: „Aus Interesse ist echte Nachfrage geworden.“ Für drei Flächen auf der Hafenmole I - Bereich Gewerbe und Dienstleistung - hätten gestern fast schon Verträge unterschrieben werden können.
„Wir wollen nicht ausschließen, dass wir mit dem Interessenten ins Geschäft kommen“, sagt Harnischmacher. Wichtig sei jedoch, dass auf der Hafenmole Bauten errichtet würden, die höheren Qualitätsstandards genügten. Nur dann könne gelingen, was Coersmeier so umschreibt: „Es geht um einen besonderen Standort am Wasser, den wir erlebbar machen wollen - auch am Feierabend oder am Wochenende.“
Damit mit der Hafenerneuerung die gesamte Innenstadt aufgewertet wird, kommt dem Bereich des Hafenbeckens I am „Haus am Pegel“ entscheidende Bedeutung zu. Coersmeier sieht die dort geplante Treppe hinunter zum Wasser und zur Promenade als Verlängerung des bereits mit Erfolg revitalisierten Marktes. Der Beirat der Stadthafen GmbH hat bereits Planungskosten für das neue Entree zum Hafen freigegeben.
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