Von Jens Krüger
Kräftige Männer in schmutzigen Blaumännern, mit Armen wie Popeye, in der einen Hand den Vorschlaghammer in der anderen die Flasche Bier - das Handwerk umweht noch immer ein archaischer Dunst.
Donnerstag, im Foyer der Handwerkskammer Düsseldorfer, wollten die Kammervertreter auch ein Stück weit mit Vorurteilen wie diesen aufräumen. Der Anlass war die Ehrung einer jungen Düsseldorferin und eines jungen Neussers, die sich in ihrer Branche jeweils auf den Spitzenplatz beim bundesweiten „Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2005“ gesetzt hatten.
„Handwerk ist auch Hightech“, hatte Professor Wolfgang Schulhoff, Präsident der Handwerkskammer erklärt. Und das konnte Volker Burgers, der den ersten Platz bei den Fernmeldeanlagenelektroniker belegt hat, bestätigen. Von „viel Mathe“ spricht der Grimmlinghausener. Das Installieren von Telefonanlagen, Brandmeldern und Einbruchsicherungen hat der 20-Jährige im Rahmen seiner Ausbildung gelernt. Technik, sagt er, habe ihn schon immer interessiert.
„Wie kleine Jungs halt sind“, so Burgers, „die basteln halt gerne am Computer herum.“ Die Telefonabteilung in seinem Ausbildungsbetrieb, der Telba AG, hatte ihm besonders zugesagt. Und jetzt? Übernahme in den Betrieb? „Nach der Fachhochschulreife möchte ich Informations- und Kommunikationselektronik studieren“, erklärt Burgers.
Wie, um ein Klischee zu erfüllen, ist die zweite Siegerin des Kammerbezirks Beste in einem typischen Frauenhandwerk: Sie ist Schneiderin. Herrenschneiderin allerdings und damit wohl doch nicht so typisch. Die Anzahl der Frauen bei den Siegern sei überproportional, so Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Dabei liegt der Anteil der Frauen im Handwerk gerade mal bei knapp über 20 Prozent.
Wolfgang Schulhoff drückte es so aus: „Die Frauen sind auf dem Vormarsch - überall.“ Traditionelle Männerberufe gebe es nicht mehr. Info Insgesamt 822 Gesellen waren alleine in die Endausscheidung des Wettbewerbs gelangt. 120 Sieger hatte es am Ende in den verschiedenen Branchen gegeben. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Gesellenprüfung mit der Note „gut“. Jeweils zweite Plätze in ihren Berufen belegten Björn Weigle aus Neuss (Autosattler) und Natalie Küppers aus Meerbusch (Augenoptikerin).
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