Rhein-Kreis Neuss (NGZ) Überzogene Gebühren für Handytelefonate im Ausland sollen bald der Vergangenheit angehören. Eine entsprechende Verordnung hat die EU-Kommission angekündigt.
Danach sollen alle ungerechtfertigten Roaming-Gebühren abgeschafft werden. Eine Untersuchung der EU-Kommission zeigte, dass die Gebühren trotz zahlreicher Warnungen und Initiativen noch immer viel zu hoch sind. Einzelne Anbieter haben die Gebührenschraube sogar noch weiter angezogen.
„Es kann nicht sein, dass Mobiltelefonierer mehr bezahlen müssen, nur weil sie im Ausland unterwegs sind“, sagte der Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz.
Er selbst hatte mit anderen Abgeordneten durch Anregungen der Grenzbevölkerung die Initiative ergriffen, etwas gegen die hohen Handy-Gebühren zu unternehmen; woraufhin die Kommission tätig wurde. Die Kommission schlägt nun vor, dass Mobilnetzbetreiber Telefongesellschaften aus anderen Ländern ihre Netze für nur wenig mehr als den Selbstkostenpreis überlassen müssen.
Damit die Einsparungen auch an den Kunden weiter gegeben werden, sollten die Endpreise reguliert werden. Mit der Verordnung sollen vor allem die Gebühren für ankommende Auslandsgespräche abgeschafft werden. Ausgehende Gespräche würden ähnlich berechnet wie im Heimatnetz eines Kunden
Wie die EU-Kommission feststellt, variieren die Gebühren für Telefonate ins EU-Ausland erheblich. Dabei spielt es häufig keine Rolle, ob man angerufen wird oder selber wählt. Die Mobilfunkgesellschaften haben sich immer wieder gegen eine gesetzlich Regelung ihrer Auslandstarife ausgesprochen. Einige wenige haben in den vergangenen Monaten teilweise neue Angebote präsentiert, um Roaming-Gebühren zu senken oder transparenter zu gestalten.
Diese speziellen Auslandstarifpakete hatten bei den Verbrauchern bisher noch keinen umfassenden Erfolg, da sie in der Regel mit einer Zustimmungsregelung („Opt-In“) oder einer zusätzlichen monatlichen Gebühr verbunden sind. Nur in Ausnahmefällen wurden wirkliche Fortschritte erzielt.
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