Die anhaltende Konjunkturflaute in Nordrhein-Westfalen, die sich stärker als im übrigen Deutschland bei den kleinen und mittleren Unternehmen bemerkbar gemacht hat, hat die Kreditnachfrage bei den Kreditinstituten und damit auch das Fördervolumen der Bürgschaftsbank NRW in Neuss sinken lassen.
Bei 328 genehmigten Bürgschaften (Vorjahr: 471) mit einem Volumen von insgesamt 56 Millionen Euro (Vorjahr: 73 Millionen Euro) spiegelt sich die im Geschäftsjahr 2003 eher pessimistische Einschätzung der Konjunktur- und Wirtschaftsentwicklung in einem wenig investitions- und gründungsfördernden Verhalten der mittelständischen Wirtschaft wider, erklärt die Bürgschaftsbank jetzt in ihrem Jahresbericht 2003.
Das Verfahren der Bürgschaftsbank, Kreditsuchenden die Möglichkeit zu geben, sich bei einem Bürgschaftsbedarf bis zu 100.000 Euro direkt an sie zu wenden, um dann mit einer "Sicherheit" die Kreditgespräche mit ihren Hausbanken zur Finanzierung ihrer Vorhaben zu eröffnen, habe sich unverändert bewährt.
Vermehrt sei festzustellen, dass die Hausbanken im Interesse der Optimierung der eigenen Bearbeitungskosten dieses Instrument durch ihre künftigen Kunden nutzen ließen, um eine sach- und fachkundige Vorprüfung eines Vorhabens in einer ersten Stufe "outzusourcen". "Wenn dadurch Kleinbetrieben der Zugang zu den Kapitalmärkten erleichtert wird, begrüßen wir dieses Verhalten aus dem Blickwinkel unseres Förderauftrages", heißt es im Jahresbericht der Bürgschaftsbank.
Das Institut sah und sieht sich dazu zu einer schwierigen Gratwanderung in die Pflicht genommen. Das übernommene Risiko müsse für die Bürgschaftsbank kalkulierbar bleiben. Im Zweifelsfall entscheide sie sich doch für eine Förderung der wirtschaftlichen Chance und damit zu Gunsten ihrer Kunden. Verschärft hat sich angesichts der schlechten Wirtschaftslage die Risikoentwicklung im Gesamtbestand von rund 500 Millionen Euro, wobei die Zahl der eingetretenen und abgerechneten Ausfälle mit 210 (2002: 223) bei einem Volumen der eingelösten Bürgschaften von 15,6 Millionen (20,5 Millionen Euro in 2002) aus abrechnungstechnischen Gründen zurückgegangen ist.
"Die Finanzierung ist das zentrale Problem des Mittelstandes", unter dieser Überschrift berichtet das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen über die Umstellung seiner Förderung für Unternehmen. Dabei geht es zum einen um die Erhöhung der Selbständigenquote, zum anderen um die Stärkung der Unternehmen am Markt. Auch hier wird neben dem Verweis auf das Instrument der Bürgschaftsbank NRW mit bis zu 80-prozentigen Ausfallbürgschaften verstärkt auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Eigenkapitalquote der Unternehmen deutlich zu stärken.
Dies, so die Bürgschaftsbank, sei angesichts einer statistischen Eigenkapitalquote von 7,5 Prozent nicht nur im Vergleich zu angelsächsischen Ländern, sondern auch absolut eine zwingende Notwendigkeit, um den Zugang zum künftigen Finanzierungsmarkt zu angemessenen Konditionen und grundsätzlich zu erhalten. Über Jahrzehnte hinweg hätten sich die kleinen und mittleren Unternehmen - nicht zuletzt aufgrund der bestehenden steuerlichen Rahmenbedingungen, die die Eigenkapitalbindung erschweren - vorwiegend über Kredite finanziert. ki
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