Neuss Der Champagnerkübel stand bereit, viel Eis - perfekt - doch die Flaschen waren merkwürdig klein: So sieht es aus, wenn Yakult Geburtstag feiert.
Im Zeughaus in Neuss stieß das Unternehmen, das seit 1996 seinen Sitz an der Forumstraße im Gewerbegebiet Taubental hat, am Freitag mit zahlreichen Kunden, Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Mitarbeitern auf zehn Jahre Yakult in Deutschland an.
Dominieren auf den Bildern der Werbekampagnen des Unternehmens, dessen Konzernzentrale in Japan steht, üblicherweise sportliche Menschen, die für die gesundheitsfördernde Wirkung des Yoghurt-Drinks stehen sollen, bestimmten gestern in der „guten Stube“ der Stadt dunkle Anzüge und elegante Kleider das Bild. Ein Bankett (zu dem es deutlich mehr als „nur“ Yakult gab), Stegreif -Kabarett mit dem Springmaus-Theater und Kostproben aus dem Musical „Starlight Express“ waren die Highlights eines gleichermaßen festlichen und vergnüglichen Abends.
Der Yoghurt-Drink selbst, ein so genanntes probiotischer Lebensmittel, hatte bereits 2005 Grund zum Feiern: 70 Jahre zuvor war es von dem japanischen Wissenschaftler Dr. Minoru Shirota entwickelt worden. Schon damals war er davon überzeugt, dass die Gesundheit des Menschen von der Gesundheit des Darms abhängt.
Yakult in Zahlen
Entwicklung des Gesundheitsgetränks Yakult: 1935
Gründung der Yakult Honsha Co., Ltd. in Tokio: 1955
Gründung der Yakult Deutschland GmbH: 1996, Firmensitz: Neuss
Heute ist Yakult weltweit in 26 Ländern erhältlich: Argentinien, Australien,
Belgien, Brasilien, Brunei, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien,
Hongkong, Indonesien, Irland, Japan, Korea, Luxemburg, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Philippinen, Singapur, Spanien, Taiwan, Thailand, Uruguay, USA
Umsatz weltweit: 1,8 Milliarden Euro (April 2004 - März 2005)
Mitarbeiter weltweit: 26 700
Herstellungskapazität pro Woche von Yakult Europa: 7,5 Millionen Flaschen.
In Japan wird das Unternehmen von Sumiya Hori geführt. In Deutschland wird das Unternehmen von Geschäftsführer Volker Baltes geleitet.
Shirota erforschte in den Zwanziger Jahren an der medizinischen Fakultät der Universität von Kyoto in Japan die Wirkung der Darmbakterien auf die Gesundheit. Der Grundgedanke Shirotas: „Kencho Choju - ein gesunder Darm ist die Grundlage eines langen Lebens.“ 1930 gelang es ihm, ein Milchsäurebakterium zu isolieren, das das natürliche Gleichgewicht der Darmflora unterstützt und so den Darm schützt. Dieses Bakterium wurde später nach ihm benannt: Lactobacillus casei Shirota.
Der Wissenschaftler kultivierte das Shirota-Gesundheitsbakterium und verstärkte es. Damit machte er es widerstandsfähiger gegen Magensäure und weitere Verdauungssäfte wie Gallensäuren, so dass das Bakterium überhaupt lebend und aktiv im Darm ankommt.
Um sein Gesundheitsbakterium allen Menschen zugänglich zu machen, entwickelte Shirota 1935 ein fermentiertes Getränk und gab ihm, in Anlehnung an das Esperanto-Wort „Yahurto“ (Joghurt), den Namen Yakult. 1955 gründete er in Tokio das Unternehmen Yakult Honsha Co., Ltd. zur Herstellung und zum Vertrieb von Yakult. Gleichzeitig richtete der Wissenschaftler in Kyoto ein Forschungsinstitut ein. Sein Ziel: die Erforschung der positiven Wirkungen von Bakterien auf die Erhaltung der Gesundheit, speziell auf den Darm. 2005 wird Yakult erstmalig auch in Europa ein Forschungsinstitut etablieren.
In Japan kommt die Nähe zu den Verbrauchern in der besonderen Vertriebsform zum Ausdruck: Seit 1963 bringen die Yakult Ladies die kleinen Fläschchen direkt in die Haushalte oder ins Büro.
Mittlerweile machen sich jeden Morgen 50 000 Japanerinnen auf den Weg, um ihre Kunden mit dem Gesundheitsgetränk und anderen gesundheitsfördernden Produkten von Yakult zu versorgen. In Deutschland startete Yakult 1996. Der Erfolg stellte sich auch hier schnell ein: 2001 wurde Yakult von dem Magazin Öko-Test empfohlen, das das Gesundheitsgetränk mit „Sehr gut“ beurteilt.
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