Rhein-Kreis Neuss Zum stolzen Jubiläum präsentiert Vorstandssprecher Christoph Rocksloh einen Superlativ: 2005 war das erfolgreichste Jahr der Volksbank Düsseldorf Neuss, die vor fünf Jahren aus der Fusion der Volksbank Neuss mit der Düsseldorfer Bank hervor gegangen ist.
Gute Zahlen sorgen für gute Stimmung. Dieser alte Grundsatz bewahrheitete sich auch gestern Abend auf dem schmucken Katamaran MS RheinEnergie, der zunächst Schauplatz der Vertreterversammlung war und anschließend die stimmungsvolle Kulisse für den festlichen Jubiläumsteil bildete. Die Wurzel: Vor 125 Jahren wurde in Lohausen und Stockum das älteste Vorgänger-Institut der heutigen Volksbank Düsseldorf Neuss gegründet.
Mit Zahlen, Daten und Fakten untermauerte Sprecher Rocksloh in seinem Rechenschaftsbericht vor den Vertretern seine These vom Rekordjahr: Die Bank steigerte ihre Bilanzsumme um 4,6 Prozent und liegt nunmehr mit knapp 1,19 Milliarden Euro auf Platz 79 unter den bundesweit rund 1300 Volks- und Raiffeisenbanken, die gemeinsam im Bundesschnitt ihre Bilanzsumme nur um 2,5 Prozent steigern konnten.
Das Betriebsergebnis der Volksbank Düsseldorf Neuss kletterte um fast 80 Prozent von 3,5 auf 6,3 Millionen Euro vor Bewertung. Möglich wurde diese sprunghafte Verbesserung durch die „deutliche Optimierung des Verwaltungsaufwands“ (Rocksloh). Im Klartext: Die Kosten für Personal und Sachaufwand wurden um knapp elf Prozent auf nunmehr 27,7 Millionen Euro abgesenkt. Die Volksbank-Belegschaft zählt 213 kaufmännische Mitarbeiter, 34 Teilzeitbeschäftigte und außerdem zwanzig Auszubildene.
Von den Erfolgen der Bank profitieren auch die über 17 000 Genossen (Mitglieder). Deren Vertreter beschlossen gestern eine vierprozentige Dividende auf 115 218 Geschäftsanteile (Höhe 160 Euro) auszuschütten. Eine angemessene Verzinsung, meint Rocksloh: „Das entspricht in etwa dem Zinssatz einer Bundesanleihe mit 10-jähriger Laufzeit.“
Wer heute vom „erfolgreichsten Jahr“ der neuen Volksbank hört, mag sich erinnern, dass die beiden Vorgängerinstitute in Neuss und Düsseldorf noch vor wenigen Jahren Sanierungsfälle waren. Auch Rocksloh verschwieg diese „schwierigen Jahre“ nicht.
Sie gehören aber der Vergangenheit an: „Wir haben einige grundlegende Weichen gestellt und müssen nun kontinuierlich an Fahrt gewinnen.“ Dabei helfe die aktuelle konjunkturelle Entwicklung. Wachstum erwartet der Volksbank-Chef vor allem im Segment der Firmen- und Geschäftskunden; auch im Provisionsbereich soll zugelegt werden.
Zu den Ehrengästen, die am Abend nach der Vertreterversammlung die MS RheinEnergie bei einem Zwischenstopp an den Düsseldorfer Rheinterrassen enterten, gehörten auch die Bürgermeister Herbert Napp (Neuss) und Dirk Elbers (Düsseldorf), der seinen urlaubenden OB Joachim Erwin vertrat. Sie erlebten ein schwungvolles Fest auf dem Rhein.
„Der Strom“, erklärte Christoph Rocksloh, „trennt nicht unser Geschäftsgebiet, sondern er verbindet es.“ Allerdings ist die Volksbank am bedeutenden Bankenplatz Düsseldorf nur ein kleiner Mitbewerber. Gerade einmal bescheidene drei Prozent beträgt der Marktanteil in der Landeshauptstadt.
Zum Vergleich: Im Neusser Stadtgebiet behauptet die Bank etwa zwölf Prozent. Im Schatten von St. Quirin zeigt die Volksbank Flagge - und das soll auch weiterhin so bleiben. Das verspricht auch Vorstand Rainer Mellis: „Sitz unserer Verwaltung ist und bleibt in der Hauptstelle an der Zollstraße in Neuss.“
Die Volksbank verbesserte zuletzt ihre Präsenz in der Landeshauptstadt und im Rhein-Kreis. Am Boulevard Königsallee / Ecke Graf-Adolf-Straße eröffnete sie vor einigen Monaten auf 300 Quadratmetern ein Finanz-Center; am Standort Nievenheim wurden die Geschäftsstellen Delrath und Nievenheim zusammengefasst.
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