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Theodor Gölzhäuser löst Klaus Ferber im Vorstand ab: "Kurs halten auf dem Weg zum Erfolg"

zuletzt aktualisiert: 07.06.2004 - 21:26

Von Frank Kirschstein Eine Bilanzsumme, die erstmals die Milliardengrenze überschreitet, ein Ergebnis, mit dem sich seit langem wieder Rücklagen schaffen lassen und ein unerwartet schneller Personalwechsel im Vorstand sorgten am Montag für Spannung bei der Vertreterversammlung der Volksbank Düsseldorf Neuss im Swissôtel. Claus Lerpscher, Sprecher des Volksbank-Vorstandes, sieht sein Kreditinstitut an der "Schwelle zum Erfolg". Volksbank-Chef Claus Lerpscher (l.) begrüßte Theodor Gölzhäuser als neues Vorstandsmitglied. NGZ-Foto: woi

Bei der Vertreterversammlung stellte Lerpscher den Jahresabschluss 2003 vor, das zweite volle Geschäftsjahr der fusionierten Volksbank Düsseldorf Neuss. Die strategischen und operativen Ziele der Bank sieht der Vorstandssprecher in vollem Umfang erreicht. Die Bilanzsumme erhöhte sich um acht Prozent auf knapp 1,06 Milliarden Euro. "Erstmals haben wir damit die für Genossenschaftsbanken faszinierende Milliardengrenze überschritten", sagte Lerpscher.

Wechsel im Vorstand

Ein Erfolg, der seine Fortsetzung finden soll - und das erneut mit einer veränderten Zusammensetzung im Vorstand des Kreditinstitutes: Nach nur wenigen Wochen im Amt, hat Vorstandsmitglied Klaus Ferber am vergangenen Freitag sein Mandat niedergelegt. Dr. Heinzgeorg Stöcker, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volksbank, sprach am Montag von unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die bisherige und künftige Geschäftspolitik, die eine weitere erfolgreiche Arbeit der Volksbank gefährdet hätten.

Einer vorläufigen Amtsenthebung durch den Aufsichtsrat folgte am Donnerstag eine "einvernehmliche Einigung", nach der Ferber mit sofortiger Wirkung aus der Bank ausgeschieden sei. Ein Interimsnachfolger ist unterdessen bereits gefunden: Theodor Gölzhäuser, 58 Jahre alt und früher stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Volksbank Krefeld, wurde zunächst bis zum 30. September unter Vertrag genommen.

Bis zu diesem Zeitpunkt soll endgültig entschieden sein, wer die Nachfolge von Vorstandsmitglied Norbert Beek antritt, der zum 1. Oktober vergangenen Jahres als Vorstand zur Volksbank Münster gewechselt war. Gemessen an der Bilanzsumme, so Lerpscher, belege die Volksbank Düsseldorf Neuss inzwischen Rang 87 in Deutschland und sei damit jetzt eine der großen Volksbanken im Rheinland.

Entgegen dem Branchentrend stiegen die Forderungen an die Kunden im Kreditgeschäft um 2,3 Prozent auf gut 406 Millionen Euro. Die Wertpapiereinlagen der Volksbank erreichten zum Jahresende 2003 knapp 70 Millionen Euro, das Bankguthaben lag bei rund 203 Millionen Euro. Das Geschäft mit Baufinanzierungen stagniert auf einem, so Lerpscher, auf hohem Niveau. Mit der Übernahme der Hausbankfunktion in den Wohneigentumsprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördere die Volksbank den Haus- und Wohnungsbau in der Region.

Die Einlagen der Kunden minderten sich 4,2 Prozent auf knapp 590 Millionen Euro, im Vorjahr war noch ein Anstieg zu verzeichnen gewesen. Lerpscher sieht damit einen Trend bestätigt: Das Wertpapiergeschäft wächst, "aber leider zu Lasten unserer Kundengelder als tragender Säule der Finanzierung unseres Kreditgeschäftes". Ein Rückgang des Zinsüberschusses um 3,3 Prozent auf knapp 20,2 Millionen Euro konnte die Volksbank durch erhöhte Erträge aus dem Provisionsgeschäft mit Baufinanzierungen, Anlage- und Vorsorgeprodukten kompensieren.

"Der Provisionsüberschuss stieg kräftig um 3,1 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro an", sagte Lerpscher. Die operativen Erträge seien um knapp acht Prozent gestiegen, der Überschuss der normalen Geschäftstätigkeit wird mit rund vier Millionen Euro angegeben und hat sich damit im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 179,9 Prozent fast verdreifacht. Erstmals seit etlichen Jahren, so Lerpscher, dem die Vertreterversammlung am Montag Abend wie dem übrigen Vorstand und dem - in seiner Zusammensetzung auch künftig unveränderten - Aufsichtsrat einstimmig die Entlastung erteilte, konnte die Volksbank der versteuerten Vorsorgereserve einen Betrag von rund 1,7 Millionen Euro zuführen.

Damit stärke sie ihre Risiko-Tragfähigkeit. Zahlungsverpflichtungen aus vergangenen Krisenzeiten an den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (7,7 Millionen Euro), sind vollständig getilgt. Der verbleibende Jahresüberschuss von 1,17 Millionen Euro wird verwendet, um eine fünfprozentige Dividende auf die Geschäftsguthaben zu zahlen und die Rücklage weiter zu füllen.

Auch in Sachen Eigenkapital-Ausstattung kann sich die Volksbank, so Lerpscher, sehen lassen: "Der geforderte Solvabilitäts-Koeffizient in gesetzlicher Höhe von mindestens acht Prozent wird von unserer Bank mit einem aktuellen Wert von 11,9 Prozent deutlich überschritten." Dies biete ausreichenden Spielraum für das Kreditgeschäft. Im Rating verbesserte sich die Volksbank von Klasse C auf Klasse B.

Marke Volksbank gestärkt

Die Volksbank, da ist sich Lerpscher sicher, hat sich als Marke in ihrem Geschäftsgebiet mit rund 64.000 Kunden und 24 Filialen weiter positioniert. Dennoch warnte der Vorstandssprecher vor Euphorie: "Der Weg, eine sehr gute Bank zu werden, ist noch nicht zu Ende gegangen."

Damit aus den guten Ansätzen von 2003 ein nachhaltiger Erfolg werde, gelte es den Kurs der Bank konsequent zu halten. Dazu gehören neben Beschwerde-Management und Qualitätssicherung vor allem neue Produkte und Dienstleistungen. Lerpscher nannte als Beispiel verlängerte Öffnungszeiten, aber auch das VR-Giro Online Konto zum Nulltarif.

Quelle: NGZ


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