München (ki-) Der erste Hingucker ist gar keiner, sondern ein „Hinhörer“: Neil Diamond schmettert „What a beautiful noise“ und mit Unterstützung des Logos auf dem Großbildschirm bleibt kein Zweifel, wie das zu buchstabieren ist: N-E-U-S-S.
Inzwischen fast schon traditionell ist der Messe-Dienstag bei der „Expo Real“ der „Neuss-Tag“. Wie bereits zum Messeauftakt präsentiert Andreas Galland, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, den Rennbahn-Park und die neuen, dort geplanten Bürogebäude entlang der Stresemannallee. Peter Müller, Betriebsleiter des Bereichs „Liegenschaften und Vermessung Neuss“ verfolgt gespannt, wie die Entwicklung der Rennbahn, in die er 7,5 Millionen Euro für Gebäude und Naherholungsfläche investiert hat, ankommt. Sein Eindruck: „Gut, schnell, alles im Zeitplan.“ Jetzt fehlten „nur noch“ die Investoren für die Bürogebäude am Rande der Galopprennbahn. Bürgermeister Herbert Napp (CDU) berichtet von vielen Kontakten. Was sie bringen, wird die Nachbearbeitung zeigen. Der Bürgermeister kann sich vorstellen, dass die Rennbahn-Büros auch von mehreren Mittelständlern genutzt werden. Sein genereller Messe-Eindruck: „Bei Gewerbe-Immobilien herrscht Zurückhaltung, dagegen ist der Wohnungsbau ein Zug unter Dampf.“ Die Nachfrage nach Grundstücken sei groß. Neuss habe mit den Neubaugebieten in Allerheiligen zwar vorgelegt, das Thema bleibe jedoch aktuell: „Damit meine ich innerstädtische Maßnahmen, aber auch eine Arrondierung im Neusser Süden.“ Dabei setzt Napp auf Klasse statt Masse: „In der Krise ist eine Rückbesinnung auf Qualität zu beobachten.“ Gemeint sind Architektur und Unterhaltung von Gebäuden. Frank Lubig, Chef des Neusser Bauvereins, bestätigt den „spannenden Trend“. Wenn Gewerbeobjekte mangels Mietern und angesichts schwieriger Finanzierungen für Investoren wenig attraktiv seien, rücke der Wohnungsbau in den Fokus.
Das Projekt Marianum treffe vor diesem Hintergrund betrachtet exakt die Marktentwicklung. CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Baum lobt unterdessen das neue Standkonzept des Messe-Auftritts „rheincity Düsseldorf + partner“: „Früher war Neuss nur mit einem kleinen Logo an der Seite des Standes vertreten. Jetzt kann man sagen: Neuss findet hier unübersehbar statt.“
Auch Thomas Kracke, CDU Norf, bewertet die Messe positiv. Seine Aufmerksamkeit galt unter anderem Ideen, die dem Norfer Lessingplatz neues Leben einhauchen könnten. Michel Ziege (SPD) sieht die Entwürfe für die Büros an der Rennbahn positiv: „Es lohnt sich, die Ideen zu verfolgen.“ Wichtig ist ihm: „Die Rennbahn-Atmosphäre darf nicht erschlagen werden.“
Auch Roland Kehl, Bündnis 90/Die Grünen, hält die Rennbahn-Pläne für „städtebaulich sinnvoll“. Mit Blick auf die Messe insgesamt sorgt er sich jedoch um den Flächenverbrauch: „Über Bestandsobjekte oder Brachflächen wird viel zu selten gesprochen.“
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