Neuss Zeit gewinnen für neue Initiativen, um die von der Schließung bedrohte Aluminiumhütte Rheinwerk in Neuss zu retten, darum bemühte sich Freitag Mittag der SPD-Bundestagsabgeordnete Kurt Bodewig in einem persönlichen Gespräch mit dem norwegischen Botschafter Sven Erik Svedman in Berlin.
Das Neusser Werk produziert derzeit angesichts hoher Stromtarife und eines Preisverfalls für Aluminium tägliche Verluste in sechsstelliger Höhe. Am kommenden Mittwoch will das Präsidium des Aufsichtsrats des Eigentümer-Konzerns Norsk Hydro in Norwegen über die Zukunft des Betriebs mit 650 Mitarbeitern beraten. Der Betriebsrat befürchtet, dass das Werk geschlossen werden könnte. „Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle“, so Bodewig. Gewerkschaften und Betriebsrat müssten die Möglichkeit bekommen Alternativen zur Schließung zu entwickeln. Der Botschafter habe betont, dass die Politik keinen direkten Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen könne, dennoch habe er für die Situation der Rheinwerker Verständnis gezeigt und direkt im Anschluss an das Gespräch mit Bodewig mit dem neuen Hydro-Vorstandschef Svein Richard Brandtzæg telefoniert.
Bodewig kontaktierte auch den norwegischen Parlamentspräsidenten Thorbjørn Jagland, der über enge Kontakte zu Norsk Hydro verfügt. Wie Svedman sicherte Jagland Bodewig zu, den Konzern auf die Probleme des Rheinwerks und seine Bedeutung für die Wirtschaft in der Region hinzuweisen.
Unterdessen fordert Bodewig ein verstärktes Engagement des Landes NRW: „Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers müssen alle Instrumente nutzen und auch untersuchen, welche Chancen das Konjunkturprogramm II bietet.“
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