Rhein-Kreis Neuss (SiHo) Der Sommer will einfach nicht kommen. Deshalb sind in vielen Haushalten im Rhein-Kreis Neuss die Heizungen immer noch (oder schon wieder) aufgedreht. Dabei handelt es sich vielfach um recht betagte Wärmespender. Fast Dreiviertel aller Ölheizungen im 25- bis 50-Kw-Bereich sind bis einschließlich 1978 eingebaut worden; als Summe ergibt sich die Zahl von 20 636 Veteranen, die in den Heizungskellern vor sich hin bullern.
„Das ist erschreckend“, sagt Roland Gilges, Abteilungsleiter Erdgashaushaltskunden und Wärmedienstleistungen bei den Stadtwerken Neuss. Denn eines ist klar: Ans Energiesparen dachte man damals noch nicht.
Gilges war am Dienstag Abend einer von drei Referenten, die im Foyer der Neusser Stadthalle im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Clever leben und wohnen in Neuss“ das Thema „Clever heizen“ beleuchteten. Moderiert wurde die Runde von NGZ-Mitarbeiterin Susanne Niemöhlmann.
Modernisieren zahlt sich also aus, das Energie-Einparpotenzial liegt bei bis zu 30 Prozent. Allein: Eine neue Heizungsanlage zu installieren ist nicht gerade günstig. Gilges machte in diesem Kontext auf das so genante Contracting aufmerksam, das als Neusser Modell bereits mehrfach für Schlagzeilen sorgte.
Die Stadtwerke übernehmen dabei den Einbau von Heizung und Warmwasseranlage auf eigene Kosten, auch Reparaturen, Wartung und Erneuerung fallen in die Zuständigkeit der Stadtwerke. Dieser Rundum-Service wird vom Kunden durch einen monatlichen Grundpreis plus Wärmeverbrauchspreis abgegolten. Ob es sich lohnt, rechnete Gilges dem interessierten Publikum am Beispiel einer 15-Jahre-Laufzeit vor.
Wer als Immobilienbesitzer zurzeit noch zögert, das Thema „Heizung“ endlich anzugehen, dürfte spätestens mit Einführung des Energiepasses in Bredouille kommen. Der Architekt Roland Seidel widmete sich dem Dokument, für das zwar noch kein Referentenentwurf vorliegt, das als „Entwurf eines Entwurfs“ gleichwohl schon einsehbar ist. Ziel des Ausweises ist es, den energetischen Zustand eines Gebäudes zu erfassen. Energieeffizienz gilt demnach künftig als wichtiges Qualitäts- und Wertmerkmal einer Immobilie.
Um das Ganze noch einmal zu untermauern, stand der dritte Vortrag unter dem Motto „Moderne Heiztechnik spart Geld“. Es referierte Manfred Pelzer als Mitglied des Kreis-Innungsvorstandes Sanitär- und Heiztechnik. Mit einem Patentrezept konnte der Fachmann dabei jedoch nicht aufwarten. Die Quintessenz: Jedes Gebäude funktioniert anders und erfordert individuelle Lösungen.
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