Von Simon Hopf Der Container-Umschlag-Terminal UCT wurde am Dienstag nach ISPS zertifiziert, ein internationaler Code zur Gefahrenabwehr. Der kleine Hafen bei Dormagen bleibt damit auch künftig ein wichtiger Anlaufpunkt für Küstenmotorschiffe.
Zäune mit Übersteigschutz, Schranken, technische Überwachungseinrichtungen und ein speziell geschulter „Port Facility Security Officer“, der die Sicherheit des Containerterminals im Überblick behält: Der Hafen von UCT in Stürzelberg präsentiert sich künftig abwehrbereit gegen mögliche terroristische Manipulationen von Frachtgut, das für Küstenmotorschiffe bestimmt ist, von denen pro Woche drei bis vier die 540 Meter lange Stürzelberger Kaimauer des zur Neska-Gruppe gehörenden Umschlagsplatzes ansteuern. Am Dienstag konnte UCT-Geschäftsführer Andreas Frantzen die wichtige ISPS-Zertifizierung aus den Händen von Eckard John, Dezernat Hafensicherheit NRW bei der Bezirksregierung Düsseldorf, entgegen nehmen. „Damit zählt das UCT-Terminal zu den ersten Hafenanlagen Nordrhein-Westfalens, die als ,sicher’ eingestuft werden“, weist Frantzen auf die Besonderheit hin.
Eine Wahl blieb dem Unternehmen dabei nicht: Ohne verstärkte Sicherheit wäre der Küstenmotorverkehr künftig an Stürzelberg vorbeigeschippert. „Das hätte zu einem Zusammenbruch der Transportkette geführt“, sagt Frantzen mit Blick auf die intensiven Verbindungen zur Aluminiumindustrie im Kreis. Die Kosten für die Aufrüstung musste die Firma indes selber tragen. Heinz Bartels, Geschäftsführer der Neska Schiffahrts- und Speditionskontor GmbH Duisburg präzisiert: „Wir haben rund 300 000 Euro in die Verbesserung der Sicherheit investiert.“ Insgesamt müssen in NRW nach Auskunft Eckard Johns 77 Anlagen zertifiziert werden. Und zwar nur solche, die wie UCT auch Seeschiffe abfertigen. Richtlinie ist der „International Ship and Port Security“-Code (ISPS), der zum 1. Juli 2004 weltweit in Kraft getreten ist und alle Seehandelsnationen betrifft.
„Zur effektiven Gefahrenabwehr müssen alle an der Transportkette Beteiligten in die Sicherungsmaßnahmen einbezogen werden“, erklärt Frantzen. „Das beginnt beim Verlader und geht über den Spediteur, Frachtführer, Lager- und Umschlagbetrieb, Binnenhafen, Seehafen, Seeschiff und Empfangshafen bis zum Empfänger.“ Güter sind damit zu jeder Zeit gegen unbefugten Zugang geschützt. Und was könnte im Ernstfall passieren? Bartels nennt ein Beispiel, spricht von Sprengstoff oder Waffen, die in die Container auf dem 60 000 Quadratmeter großen UCT-Gelände geschmuggelt werden könnten.
Und im „worst case“ in den im Fachjargon so bezeichneten ARA-Häfen - Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen - Unheil anrichten. Aber selbst Anschläge auf die Verkehrsinfrastruktur der Region - wie die Autobahnbrücken - werden in dieses Szenario mit einbezogen. Was es also unbedingt zu vermeiden gilt, ist eine wie auch immer geartete Lähmung der Wirtschaftsachsen durch Terroristen. Der nun erreichte Sicherheitsstandard soll durch jährliche Kontrollen gewährleistet bleiben; dazu gehört beispielsweise ein regelmäßiges Training der 45 Mitarbeiter von UCT. Die Firma ist seit 1999 in Stürzelberg ansässig, den Landungspunkt gibt es seit 1976.
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