Neuss Der erste Auszubildende von 1977 arbeitet im Jahr 2006 als Manager: Dieter Rothausen hat den Werdegang der Deutschland-Zentrale in Neuss verfolgt wie kein anderer. Gestern ging sein Arbeitgeber, der US-amerikanische Paketdienstleister UPS, einen Schritt weiter in seiner Entwicklung.
Vor großem Publikum eröffnete er seine neu gestaltete Unternehmenszentrale an der Görlitzer Straße im Neusser Rheinparkcenter. 14 500 Quadratmeter Bürofläche stehen den 1241 Mitarbeitern jetzt zur Verfügung. Über die Kosten des Projekts wurden keine Angaben gemacht.
Jörns Reineke, Geschäftsführer der insgesamt über 14 000 Beschäftigte zählenden Deutschland-Tochter von UPS, ließ keinen Zweifel aufkommen: „Mit dieser Investition haben wir unsere fast 30-jährige Verbindung zur Stadt Neuss weiter gefestigt. Es ist ein klares und langfristiges Ja zum Standort Neuss.“ Kein Wunder, dass Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe, Bürgermeister Herbert Napp und sein Wirtschaftsförderer Andreas Galland mit Applaus nicht geizten.
Der United Parcel Service zog 1976 aus der Düsseldorfer Innenstadt auf die andere Seite des Rheins. Er mietete einen Teil der zweiten Etage des Häuserblocks und begann seine Tätigkeit in der Quirinusstadt mit 75 Mitarbeitern.
„Obwohl wir in diesem Gebäude stetig gewachsen sind, mussten wir 1992 zusätzlich ein Haus an der Hammer Landstraße anmieten. Vor zwei Jahren dann bot sich uns die Chance, das Verwaltungsgebäude an der Görlitzer Straße komplett zu erwerben“, erzählte der Geschäftsführer.
Dort blieb die Zeit nicht stehen: Um die Mitarbeiter zusammenfassen zu können, waren erhebliche Umbaumaßnahmen nötig. Die Energieversorgung, die IT-Verkabelung, die Büros und Pausenräume, die Fassade und die Außenanlage - all das entsprach nicht mehr dem erforderlichen Standard.
„Erst nachdem wir unter anderem über 2000 Kubikmeter Schutt entsorgt, rund 260 Kilometer Datenkabel verlegt und 4500 Umzugskartons bewegt hatten, konnten wir endlich alle zusammenziehen“, so Reineke.
Heute sind unter seiner Regie 785 Frauen und 456 Männer aktiv. Bei rund einem Drittel der Positionen - am meisten im Call Center - handelt es sich um Teilzeit-Jobs. „Gerade für Hausfrauen, allein erziehende Mütter und Wiedereinsteigerinnen ins Berufsleben stellen unsere Arbeitszeitmodelle ein attraktives Angebot dar“, unterstrich Reineke und vergaß auch die 25 Auszubildenden nicht, die derzeit bei UPS Deutschland ihre Lehre absolvieren.
Das Klima stimmt offenbar: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der UPS-Mitarbeiter in Neuss liegt inzwischen bei über zehn Jahren.
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