München Für „Hidden Champions“, „versteckte Weltmeister“, wie sie IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Porschen am Montag als typisch für den Wirtschaftsstandort Niederrhein ausmachte, geben der Rhein-Kreis Neuss, Mönchengladbach, Krefeld und der Kreis Viersen in München mächtig Gas.
Müssen sie auch, schließlich wird der Standortwettbewerb an kaum einem Ort so deutlich wie alljährlich im Herbst in den Messehallen der bayerischen Landeshauptstadt. Nicht nur die deutschen Metropolen werben lautstark und mit hohem Aufwand um die Aufmerksamkeit von Investoren, Maklern und Projektentwicklern, auch die internationalen Größen von Moskau bis London sind dabei.
Region ist kaum zu übersehen
Mit einem strategisch günstig gelegenen Stand, erneut ganz in der Signalfarbe Orange gestaltet, ist die Region dennoch kaum zu übersehen - und auch nicht zu überhören, zumindest nicht am Montag Abend beim „Feierabend“, der schon traditionellen Standparty, diesmal mit den „Sugarpops“, die mit Akustik-Pop vom Feinsten keine Probleme hatten, mancher Metropole das Publikum abzujagen.
Vor dem Vergnügen jedoch stand die Arbeit: Los ging’s um 11 Uhr mit einer ersten Talkrunde. Moderator Jürgen Scheer fragte Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke nach Erfolgsgeheimnissen des Standorts Niederrhein. „Top-Standorte gibt es viele, wir sind auch einer - im Gegensatz zu den meisten anderen können wir das jedoch auch mit Top-Ergebnissen bei zahlreichen Rankings belegen.“
Eine Steilvorlage für Porschen: „Harte Fakten sprechen für uns: Bei der Beurteilung des Konjunkturklimas liegen wir vor Frankfurt und Köln - und das nicht nur als Momentaufnahme, sondern auch mit dem Blick auf kommende Jahre.“ Die Wirtschaftslage am Niederrhein brachte der IHK-Hauptgeschäftsführer kurz und bündig auf den Punkt: „Volle Pulle Aufschwung!“
Beim Auftritt in München, aber auch in der regionalen Standortpolitik, so betonten die Oberbürgermeister von Mönchengladbach und Krefeld, Norbert Bude und Gregor Kathstede, dürften die kommunalen Grenzen keine Rolle mehr spielen: „Die nehmen Investoren gar nicht wahr“, so Kathstede, der in Sachen „Blick über den Tellerrand“ in diesen Tagen vielleicht etwas weitergeht, als das seinen Partnern aus Viersen und im Rhein-Kreis lieb ist: „Ganz ohne Arroganz bietet sich Krefeld verschiedenen Institutionen als Partner an“, sagte der Krefelder OB mit Blick auf Stadtwerke, Häfen und natürlich die Sparkasse in Neuss.
Diese Angebote müssten nicht angenommen werden, Kathstede zeigte sich jedoch überzeugt, dass die Zukunft „größeren Einheiten“ gehört - spätestens in zehn bis 15 Jahren. Die Stadtwerke-Fusion, über die bereits konkret verhandelt wird, sollte natürlich früher kommen: „Es wäre gut, wenn das funktionieren würde.“
Zukunftsaufgaben - davon machte auch Dieter Porschen einige aus. Die größten Baustellen: noch mehr Investitionen in Bildung („die Internationale Schule in Neuss ist nur der Anfang“) und der Ausbau der Infrastruktur mit mehr und besseren Straßen-, Schienen- und Flugverbindungen.
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