Was wäre wenn? Was wäre, wenn der „Eiserne Rhein“ nicht kommen sollte? Aus Sicht der Wirtschaft hießen die bitteren Folgen: Vernachlässigung bestehender Infrastruktur, Verzicht auf umweltfreundliche Verkehre, Verhinderung von Wertschöpfung - darauf verweist der Ausschuss für Verkehr und Logistik der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve. Eine durchgehende Schienenverbindung zum Seehafen Antwerpen: Der „Eiserne Rhein“ muss nach Ansicht der heimischen Wirtschaft dringend realisiert werden.
Die Fachleute entwerfen ein düsteres Szenario, sollte der „Eiserne Rhein“, der den Niederrhein und das Ruhrgebiet mit dem Hafen der belgischen Stadt Antwerpen verbindet, nicht wiederbelebt werden. Ihre Sichtweise machten die Wirtschaftsvertreter jüngst in Gesprächen des Ausschusses bei der Europäischen Kommission und dem EU-Parlament in Brüssel deutlich.
Klare Worte fand dabei der Ausschussvorsitzende Thomas Hüttemann: „Die unendliche Geschichte dieser Schienenstrecke muss endlich einen positiven Abschluss finden. Es kann nicht sein, dass die Niederlande aus Eigeninteresse diesen günstigen Weg blockieren, nur um den Seehafen Rotterdam vor wachsender Konkurrenz zu schützen.“ Hüttemann: „Der Wettbewerb zwischen beiden Häfen wäre zum Vorteil des gesamten Hinterlandes.
Auch gegen politische Widerstände auf deutscher Seite muss die Reaktivierung des ,Eisernen Rheins’ durchgesetzt werden. Unsere Region und das Ruhrgebiet würden davon profitieren.“ Eine solche wirtschaftliche und umweltpolitische Chance dürfe man nicht ungenutzt lassen.
Von existenzieller Bedeutung für die Wirtschaft am Niederrhein sind aus der Sicht des Ausschusses auch Investitionen in die Erweiterung der rechtsrheinischen Schienenstrecke, in die Verbesserung der Ablademöglichkeit für die Schifffahrt auf der Waal und dem Niederrhein sowie in den zügigen Ausbau des Straßennetzes (neue Rheinbrücke Wesel, A 57 und A 59).
Über diese Themen hinaus wurde im Gespräch mit der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Dr. Renate Sommer, Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr, darauf verwiesen, dass eine Stärkung der Binnenschifffahrt notwendig sei. Noch immer würden zu wenig Finanzmittel für den Ausbau dieses Verkehrsträgers zur Verfügung gestellt.
„Davon ist schließlich auch die Kompetenz der Logistikregion insgesamt tangiert“, so Hüttemann. Sorge bereitet den Ausschussmitgliedern die Auswirkung der EU-Umweltgesetzgebung auf den Verkehrs- und Logistikstandort Niederrhein. Maßnahmen zur Reduktion der Umweltbelastung seien oft ausschließlich gegen den Lkw-Verkehr gerichtet. Eine von der IHK in Auftrag gegebene Studie zeige, dass Schnellschüsse gegen den Wirtschaftsverkehr mit gravierenden Nachteilen verbunden seien.
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