„Was werden wir später einmal statt Kohle verbrennen?“ fragte der Seemann. „Wasser“, antwortete Smith. „Wasserstoff und Sauerstoff werden für sich oder zusammen zu einer unerschöpflichen Quelle von Wärme und Licht werden, von einer Intensität, die die Kohle überhaupt nicht haben könnte; das Wasser ist die Kohle der Zukunft.“ Jules Verne, „Die geheimnisvolle Insel“, 1874
Brennstoffzellen
Bereits im Jahre 1839 wurde der Grundstein für die heutige Brennstoffzellentechnik gelegt. Der wallisische Jurist und Physiker Sir William Robert Grove (1811-1896) war es, der den ersten funktionsfähigen Prototypen konstruierte, um aus einer Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie zu gewinnen.
Zukunft zum Greifen nah, das gibt es oft, wenn Wissenschaftler über ihre Arbeit reden, Zukunft begehbar und zum Anfassen dagegen ist neu - und seit Freitag bei 3M in Deutschland zu sehen. Kurt-Henning Wiethoff, Generaldirektor der Deutschland-Tochter des Multitechnologie-Konzerns aus den USA, drückte Freitag gemeinsam mit Professor Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, den berühmten roten Knopf, mit dem technische Neuheiten gestartet werden.
In diesem Fall: eine begehbare Brennstoffzelle, 300 Mal größer als im Original, ein, wie das Unternehmen stolz betont, in dieser Art bislang einmaliges Projekt.
„Die Ressourcen werden knapp, der Ölpreis steigt, China und viele Schwellenländer entwickeln einen riesigen zusätzlichen Energiebedarf“, sagt Wiethoff. Die Industrieländer seien gefordert Lösungen für die Energiekrise zu finden. Dem verschließe sich 3M nicht - im Gegenteil: „Energie aus Wasserstoff ist keine Spinnerei, sie ist bereits Realität“, erklärt der 3M-Chef.
Sein Unternehmen produziert mit den so genannten Membran-Elektroden-Einheiten (MEAs) das Herzstück von Brennstoffzellen - und das in besonderer Qualität: „Unsere MEAs weist eine höhere Stabilität und Lebensdauer bei einer wesentlich erhöhten Betriebstemperatur auf und ist kostengünstiger zu fertigen.“ Damit sei die Grundlage geschaffen, Brennstoffzellen in Serie produzieren zu können.
Brennstoffzellen sind über das reine Experimentierstadium hinaus, davon ist auch Pinkwart überzeugt: „Langfristig werden sie auch den größten Markt, die Automobilindustrie, erreichen.“ Vorher allerdings hätten Wissenschaft und Forschung noch eine ganze Reihe von Aufgaben zu lösen.
Noch sei die Leistung der Brennstoffzelle in großen Systemen nicht stark und stabil genug. 3M, so der Minister, leiste auf diesem Gebiet einen wertvollen Beitrag, der nicht nur der Wissenschaft, sondern auch dem Standort NRW zugute komme: „3M ist ein hervorragender Botschafter für innovative Zukunftstechnologien.“ Gemeinsam mit Unternehmen wie 3M sei NRW auf dem Weg, zum Innovationsland Nummer eins in Deutschland zu werden.
Mit Anstrengungen von Unternehmen, Universitäten und Politik allein, so der Minister, sei diese Ziel jedoch nicht zu erreichen: „Wir brauchen einen ideologiefreieren Umgang mit Technik.“ Die Deutschen stünden neuen Technologien noch immer eher skeptisch gegenüber: „Wir denken zu stark problemorientiert.
Andere Länder, zum Beispiel die USA, gehen an Innovationen ergebnisorientiert heran.“ Die Folge: Im Ausland sind neue Produkte schneller auf dem Markt. Ohne einen Wandel in Köpfen sieht Pinkwart Deutschland den Anschluss verlieren: „Es kann nicht sein, dass wir die Transrapidtechnologie entwickeln, sie nach China verkaufen und dann demnächst von dort importieren müssen.“
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