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Sonja Hap ist freiwillige Entwicklungshelferin in Guatemala: Armut bekämpfen

zuletzt aktualisiert: 27.12.2007 - 21:21

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende. Ereignisreich ist jedoch leider nicht immer nur positiv. Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, dass meine Weihnachtsgrüße aus einem Internetcafé in Guatemala fester Bestandteil dieser Rubrik werden, ich hätte überzeugt verneint.

Sonja Hap am „Lago Atitlán“ in Guatemala. Foto: NGZ
Sonja Hap am „Lago Atitlán“ in Guatemala. Foto: NGZ

Ein einziges Weihnachtsfest fern der Familie war geplant, mehr nicht. Aber ganz kurz vor meinem großen Ziel, in San Felipe eine Kindertagesstätte zu eröffnen, blieb mir nach einem bewaffneten Raubüberfall und einigen Tagen im Krankenhaus zunächst nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge in die Heimat zurückzukehren.

Das Eine nicht zu Ende gebracht, das Andere deshalb nicht beginnen wollend, war ich für mich selbst und andere oft eine Last. Ein gutes halbes Jahr verging, und plötzlich ging alles ganz schnell. Innerhalb weniger Tage waren die Koffer gepackt, und ich hatte ein neues altes Ziel: eine Kindertagesstätte in Guatemala zu eröffnen - allerdings jetzt an einem anderen Ort.

Kinder in Guatemala freuen sich über deutsche Hilfe. Foto: NGZ

Die wunderbare Kulisse des Lago Atitlán täuscht zunächst hinweg über das vorherrschende Problem: die extreme Armut. Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört den Maya-Stämmen Cakchiquel und Tzutuhil an. Sie leben sehr einfach, oft noch ohne Wasser- und Stromversorgung.

Sie ernähren sich von der Landwirtschaft und der Herstellung von gewebten Textilien und Schmuck. Sehr viele von ihnen sind Analphabeten. Ein Bauer, der umgerechnet keine 2,50 Euro am Tag verdient, kann kaum eine zehnköpfige Familie damit durchbringen. Für den Verein Cenicienta und für mich vor Ort kann das nur bedeuten: Wir weiten unsere Unterstützung, die zwar nach wie vor in erster Linie den Kindern gilt, nach Kräften auf die ganzen Familien aus.

Erich Fromm hat einmal gesagt: „Die Schwierigkeiten, Rückschläge und Kümmernisse des Lebens als Herausforderung anzusehen, deren Überwindung uns stärkt, anstatt sie als ungerechte Strafe zu betrachten, die WIR nicht verdient haben, das erfordert Glauben und Mut.“ Und Menschen, die einen dabei unterstützen, diese beiden Eigenschaften wiederzuerlangen.

So gilt mein Dank an dieser Stelle (in zeitlicher Reihenfolge) Norbert H. Eichler, Konsul der deutschen Botschaft in Guatemala, Dr. Fahsen, Dr. Cáceres, den guten Seelen der Klinik Nuestra Señora del Pilar und Martina Heuveldop für die hervorragende „Erstversorgung“, meinem Mann („So hatte ich das nicht bestellt!“), meinen beiden belgischen „Schwestern“ Jana und Sofie (les llevo en mi corazón), meinen Eltern und der ganzen Familie, den hier nicht namentlich erwähnten Freunden, den Vereinsmitgliedern von Cenicienta für ihr Vertrauen, den Kollegen von ewt und Siemens (für die große Geduld mit „der von der Zeitarbeit“ und die finanzielle Unterstützung des Projektes - sie haben mir den Abschied nicht leicht gemacht) und Manuela Flores (te quiero mucho).

Suse und Nadine, ich glaube immer noch an unsere „Alles wird gut“-Theorie. Nur hat uns niemand gesagt, wann. Und so hoffe ich - nach einem frohen Weihnachtsfest - für mich, für Euch, für uns alle auf ein viel versprechendes Jahr 2008, in dem alles gut wird. Sonja Hap aus Guatemala Infos zum Projekt im Internet unter www.cenicienta.de


 
 
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