Meerbusch Die Insolvenzakte des Meerbuscher Urlaubssenders wird im Juni am Amtsgericht geschlossen. Das Tonstudio ist nach Afrika verkauft. Bis auf Telekom und Gema sind alle Gläubiger bedacht.
„Mit unserer Ausrüstung macht jetzt ein Stammesfürst in Sierra Leone seine Aufnahmen“, berichtete Markus Gröters. Eine Industrieverwertungsgesellschaft habe im Auftrag des Insolvenzverwalters die Sendeanlagen des Urlaubsradios „Hellas Live“ mit Sitz an der Moerser Straße in Büderich nach Afrika verkauft, sagt der Meerbuscher - ehemals geschäftsführender Gesellschafter von „Hellas Live“.
Rund drei Jahre nach der Pleite wird die Akte für Gröters und seine Kollegen nun Mitte Juni am Amtsgericht Düsseldorf endgültig geschlossen. Weniger als 20 000 Euro betragen die offenen Forderungen. Telekom und Gema seien die Hauptgläubiger. „Die können den Verlust sicherlich verschmerzen“, meint der Büdericher. Traurig sei er schon. „Das war eine tolle Idee“, sagt er.
Im Sommer 2003 hatte das Team von Hellas Live begonnen, ein Radioprogramm für deutsche Urlauber in Griechenland auszustrahlen. Auf Kreta, Rhodos und Korfu war das Meerbuscher Produkt über lokale Sender zu empfangen. „Wir haben bei griechischen Partnern Sendelizenzen gemietet“, erklärt Gröters.
Die Beiträge gingen via Satellit vom Rhein nach Griechenland. Genau 1,7 Sekunden nach der Ausstrahlung in Meerbusch waren Musik und Moderationen, Nachrichten und Comedy, Sport und Unterhaltung auf den griechischen Inseln zu hören. Ein Regierungswechsel in Griechenland habe für Hellas Live das Ende bedeutet.
„Die haben in ihrem Ordnungswahn erst einmal alle Lizenzen eingezogen, um den Radiomarkt neu zu sortieren“, berichtet Gröters. Vorher sei nichts sortiert gewesen, habe es hunderte von Piratensendern ohne Lizenzen gegeben. Für die Meerbuscher Gesellschaft hat diese politische Entscheidung das Aus bedeutet.
„Ein Sender, der nicht sendet, das geht überhaupt nicht“, meint Gröters. Darüber hinaus hat wohl die finanzielle Substanz gefehlt, um die Durststrecke zu überstehen. Die Zukunft sei zu unbestimmt gewesen. „Da haben wir gesagt, komm’ wir machen dicht“, berichtet Gröters.
Er und seine Mitstreiter arbeiten nun wieder für den öffentlich rechtlichen Rundfunk. „Existenzbedrohend war unser Abenteuer nicht“, sagt der Büdericher - froh, dass das Kapitel zu den Akten gelegt werden darf. „Wir waren wohl nicht prominent genug“, kommentiert er die sehr lange Dauer des Verfahrens.
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