Neuss Die Arbeit am Rheinischen Landestheater (RLT) schätzt Barry Goldman. Nicht überall habe er die Möglichkeit, so frei zu agieren wie hier. Barry L. Goldman gehört seit einigen Jahren zu den Regisseuren, die regelmäßig Theaterstücke am RLT inszenieren und führt jetzt Regie in dem Kinderstück „Der Gärtner“ von Mike Kenny.
Am 10. September wird Premiere gefeiert und Goldman ist begeistert, wie gut sich die Arbeit der vergangenen Wochen entwickelt habe. „Das ist das erste Mal, dass ich knapp anderthalb Wochen vor der Premiere aus den Proben gehe und vollkommen zufrieden bin“, sagt er.
„Der Gärtner“ erzählt die Geschichte von Joe, der sich unbeachtet fühlt, seit es ein neues Baby in der Familie gibt; der folglich in den Garten flüchtet, wo sich auch sein Großonkel Harry, ein Gärtner, aufhält. Da Harry an seiner zunehmenden Vergesslichkeit leidet, ist ihm Joe als Hilfe willkommen. Beide beginnen, die Gartenarbeit gemeinsam zu verrichten.
Ein ganzes Jahr dauert Joes Arbeit im Garten, ein Jahr, in dem er viel über Wachsen, Werden und Vergehen, über Geduld und auch über Freundschaft lernt. Die Geschichte vom „Gärtner“ wird von Joe selbst erzählt, der sich als alter Mann an diese Zeit erinnert.
Die Inszenierung am RLT ist die deutschsprachige Erstaufführung des Stückes. Goldman freut sich über die Herausforderung „der Gärtner“ als erster Regisseur in deutscher Sprache auf die Bühne zu bringen. Neben der Regie war er diesmal auch für die Ausstattung verantwortlich.
Das Stück ist außerdem für den deutschen Kindertheaterpreis nominiert. Dass es am RLT zwei Monate vor der Entscheidung Premiere hat, sei, so Dramaturgin Bettina Maurer, „ein schöner Zufall“.
Goldman ist sehr angetan von Peter Liebaugs Arbeit als Darsteller von Joe, der dieses Ein-Mann-Stück sehr schlicht und mit simplen Requisiten spiele. Durch gezielte Handgriffe wechsle er zwischen den Rollen hin und her und lasse Dialoge und sogar Trialoge entstehen.
Goldman ist sich sicher, dass die Zuschauer ab vier Jahren das Stück gut verstehen werden, gerade weil die Inszenierung so schlicht sei. „Kinder nehmen es an, wenn ein Pferd zum Beispiel blau ist und suchen ihre eigenen Erklärungen dafür.“ Auch für die erwachsenen Theatergäste wünscht er sich, dass sie einen neuen Blickwinkel auf manche Dinge mit nach Hause nehmen.
„Der Gärtner“ sei einfach eine „runde und gesunde“ Geschichte, die vom Leben erzähle. „Der ältere Mann verliert einen Teil seiner Stabilität im Alter, der Junge nimmt sie quasi von ihm auf, während er ihm hilft“, erklärt Goldman. Dabei würden die beiden auch nicht den Respekt voreinander verlieren und sich ebenbürtig behandeln. Regie und Dramaturgie am Rheinischen Landestheater sind sich einig: „Der Gärtner“ ist ein Theaterstück für alle Generationen.
Premiere am 10. September, 15 Uhr, Oberstraße 95; Eintritt für Kinder drei, für Erwachsene sechs Euro
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