Meerbusch „Alles, was keinen Gewinn bringt, dürfen die Kommunem beseitigen“, schimpfen die Mitglieder des Land-kreistages Nordrhein-Westfalen. Die privaten Entsorgungsfirmen suchten sich die gewinnträchtigen Teile des Mülls aus. Die Zeche zahle der Verbraucher über steigende Müllgebühren, meint der kommunale Spitzenverband der 31 Kreise des Landes.
Anlass für diese Stellungnahme bieten die zunehmenden privaten gewerblichen Altpapiersammlun- gen. In Meerbusch konkurrieren gar mit der Städtereinigung Gerke und der Kreislaufwirtschaft Maurer & Wissing GmbH zwei Unternehmen um den Markt mit Altpapier, Pappe und Kartonagen: Bis zu 100 Euro pro Tonne zahlt die Industrie für den Wertstoff. 4000 Tonnen sind zuletzt allein in Meerbusch angefallen.
Den Zusammenhang mit steigenden Müllgebühren sieht Heiko Bechert von der Stadtverwaltung zumindest für die Meerbuscher nicht. „Das hängt im Wesentlichen von den bestehenden Verträgen ab“, sagt der Fachmann - und die gelten noch bis ins Jahr 2016. Demnach entsorgt die Firma EGN (Entsorgungsgesellschaft Niederrhein) für den Rhein-Kreis Neuss zu festen Konditionen das Altpapier.
„ Im Moment zahlen wir sogar noch dafür, dass wir den Rohstoff aus den Altpapiercontainern abgeben“, sagt Bechert. Weil in den Sammelbehältern auch Pappe und Kartons aus Verpackungsmaterial mit einem grünen Punkt zu finden sei, beteilige sich das Duale System Deutschland mit 25 Prozent an den anfallenden Kosten.
Für die Rohstoffmengen bestehe eine so genannte Überlassungspflicht. Das heißt, die Stadt darf das Papier nicht selbst vermarkten. Als Fazit bringt es Bechert auf den Punkt: „Die Meerbuscher können guten Gewissens die blaue Tonne bestellen.“ Für diejenigen, die das nicht möchten, weil sie zum Bei- spiel keinen Platz für die zusätzli- che Tonne auf ihrem Grundstück haben, bleiben die Sammelcontai- ner auch weiterhin als Alternative bestehen.
Der Rhein-Kreis Neuss verhandele übrigens derzeit mit EGN über bessere Konditionen, informierte der Leiter der Fachabteilung Öf- fentliche Sicherheit und Ordnung, Bürgerbüros und Umwelt. Doch schon jetzt, so Bechert, rechne er mit Kostensenkungen durch das private Einsammeln des Altpapiers. „Mancher entsorgt seine Zeitun- gen nämlich in der grauen Tonne, wenn vor dem Leerungstermin noch Platz ist“, erklärt er. Und dieser Müll wandere dann in die Verbrennungsanlage.
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