Meerbusch Robin Göbel fliegt am 6. August für ein Jahr in die USA. Er ist einer von bundesweit 73 jungen Berufstätigen, die in diesem Jahr ein Stipendium des Parlamentarischen-Patenschafts-Proramms, kurz PPP erhalten haben.
Robin Göbel ist frisch ausgebildeter Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik. Nur vier Tage vor seinem 22. Geburtstag geht es von Düsseldorf über Frankfurt und New York nach Washington. In Washington nimmt Robin Göbel an einem dreiwöchigen Vorbereitungsseminar teil und dann geht es weiter in den kleinen Ort Skoke, 13 Kilometer nördlich von Chicago im US-Bundesstaat Illinois.
Noch ist es eine Reise mit vielen unbekannten Faktoren: Von seinen Gasteltern weiß er nur die Namen, und dass sein Gastvater am College arbeitet. Ob er Gastgeschwister haben wird? Er weiß es nicht. Zunächst wird er ein halbes Jahr an einem College studieren, danach absolviert Robin ein Praktikum in einem amerikanischen Unternehmen.
Nächster unbekannter und sicherlich auch schwieriger Faktor: Robin muss sich den Praktikumsplatz vor Ort selber suchen. Für den 21-jährigen ist das offenbar alles kein Problem, er freut sich auf diese Herausforderung. „Für mich ist das eine gute Möglichkeit, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln“. Die Frage, ob er Angst vor diesem großen Schritt hat, kann er nicht verstehen. „Angst habe ich überhaupt nicht, ich bin aufgeregt und freue mich auf ein spannendes Jahr. Traurig ist nur der Abschied von meiner Freundin“. Allerdings hofft er, dass sie ihn besuchen kommt.
Sein Englisch hält er für ausreichend, der Rest wird sich finden. Zweimal war er schon drüben, einmal mit seinen Eltern, das zweite Mal hat er seinen ehemaligen Gastbruder Andrew Leavitt besucht. Andrew hat ein Jahr bei den Göbels bewohnt, als Austauschschüler über das amerikanische PPP. Nun hat sich Robin Göbel mit Bürgermeister Dieter Spindler und seinem PPP-Paten Willy Wimmer getroffen.
Die beiden Politiker freuen sich für Robin Göbel, wünschen ihm für das Jahr alles Gute, haben allerdings auch Erwartungen an den jungen Meerbuscher. „Er soll unser Land präsentieren, zur Völkerverständigung beitragen und helfen, Vorurteile abzubauen“, sagte Willy Wimmer „Außerdem wünsche ich ihm natürlich, dass er sich persönlich weiterentwickelt und Kontakte knüpft, privat und beruflich“. Damit spricht er natürlich genau das aus, was der Bundestag von den Jugendlichen erwartet: „Der Deutsche Bundestag erwartet, dass die Stipendiaten als junge ,Botschafter’ ihres Landes einen dauerhaften Beitrag zu einer besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern leisten“.
Wer das Stipendium im Wahlkreis 111 (bestehend aus der Gemeinde Jüchen, den Städten Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch sowie dem Süden der Stadt Krefeld) erhielt, lag bei Willy Wimmer. „Es gab mehr als 70 Bewerbungen, ich bin dem Vorschlag der Organisation ,InWEnt’ gefolgt, das ist die Organisation, die den Austausch begleitet“. Im Mai 2006 hatte sich Robin Göbel um das Stipendium beworben. Zunächst musste er die Bewerbungsunterlagen bei InWEnt einreichen, dann folgte ein Tag mit der Organisation in der Kölner Jugendherberge.
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