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Feuilleton: Leichte Muse im Börsencafé

zuletzt aktualisiert: 05.06.2006 - 21:00

Neuss (bött) Das einzig komplizierte am „Lovely Mr. Singing Club“ ist sein Name.

Darüber hinaus hat sich das A-Cappella-Quartett der Leichtigkeit verschrieben.

Beschwingte Abendunterhaltung eben. Der „Club“ gastierte jetzt im Börsencafé, wo die Konrad-Adenauer-Stiftung unter der Schirmherrschaft von Hermann Gröhe MdB zum Neusser Kulturtreff geladen hatte.

Und was macht man als Gesangsformation, wenn vor einem ein Publikum sitzt, dass einen vergnüglichen Abend bei Leckereien und frischem Bierchen verleben möchte? Man singt und bedient die Bedürfnisse seiner Gäste.

Klassiker bieten sich da ganz besonders gut an. Noch dazu, wenn sie von den Beatles sind und sofortigen Wiedererkennungs- und vor allem Wohlfühlwert nach sich ziehen.

„Hey Jude“ ist so ein Titel. Ohne Probleme passt der zwischen Tomaten-Basilikum-Happen, und selbst ein Wink zum Kellner stört das akustische Erlebnis kaum.

Garant für gute Stimmung

Nun soll nicht der Eindruck entstehen, der Neusser Kulturtreff sei zu einer Art Kreuzfahrt-Animation verkommen, nein. Der „Lovely Mr. Singing Club“ ist einfach ein Garant für gute Stimmung.

Dass dies nicht unbedingt den allerhöchsten künstlerischen Ansprüchen genügen muss, versteht sich von selbst.

Aber wenn „Männer“ von Herbert Grönemeyer in einer holländischen Interpretation so funktioniert, wie im Börsencafé, dann ist das gut so.

Die Sänger Walter Krott, Thomas Thissen, Klaus und Gerd Voßenkaul sind keine Stimmvirtuosen, aber sie spielen perfekt auf der Stimmungsklaviatur.

Da darf dann auch einmal mit „Horch, was kommt von draußen rein“ tief in die Klamottenkiste des deutschen Liedgutes gegriffen werden.

Nicht wesentlich höher dürfte der „Club“ mit „Tiger“ von Peter Kraus fündig geworden sein.

Es hätten zwar gut noch ein paar Stücke mehr vom Kaliber „American Pie“ oder „Swing Low“ sein dürfen.

Aber je fortgeschrittener der Abend, desto launiger die Musik. „Dat Wasser von Kölle“ passt einfach besser zum siebten Glas Uerige als „Pin non Si“ von Mozart, mit dem das Quartett den Abend eröffnet hatte.

Quelle: NGZ


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