Neuss „Himmel un Ääd“ und japanische Kalligraphie - größere Gegensätze lassen sich kaum vorstellen, aber dennoch gelingt es Münsterkantor Joachim Neugart, beides unter einen Hut zu bringen.
Kartenverkauf
Die traditionelle Führung vor der Romanischen Nacht mit Dr. Max Tauch durch
die Gewölbe der ehemaligen Nebengebäude des Stiftes St. Quirin ist ausverkauft.
Karten für das Konzert im Münster kosten im Vorverkauf 16 Euro und sind im Bücherhaus
Ratka (Krämergasse) und in der Tourist-Info (Büchel) erhältlich.
Genauer: in einer Nacht zu vereinen.
Denn für die „24. Romanische Nacht“ in St. Quirin hat sich der Musiker das derbe und kräftige Essen als Namenspaten ausgedacht, weil er inhaltlich zum Konzertprogramm passt.
Es geht um irdische Beschwerden und himmlische Ruhe, die in Klageliedern und Lobgesängen ausgedrückt werden.
Gewissermaßen als „Tür ins Rheinische“ sagt er, soll „Himmel un Ääd“ dienen und für das Spannungsfeld der Musik zwischen Oben und Unten stehen.
Dem Oben, nämlich Christi Himmelfahrt, widmet sich Johann Sebastian Bach in seinen Kantaten, die wiederum die japanischen Künstlerin Yuriko Ashino lange Zeit beschäftigt haben.
„Wenn ich an meinen Kalligraphien arbeite, dann klingt im Hintergrund Musik“, erzählte die 57-Jährige einmal anlässlich einer Ausstellungseröffnung: „Musik deutscher Komponisten wie Bach, Beethoven oder auch Wagner“.
Und manchmal scheine es ihr, als ob die Musik ihre Hand inspiriere, und der Pinsel Noten schreibe, die er gerade höre.
So entstand zum Beispiel ein zwölfteiliger Kalender, den die Kalligraphin Joachim Neugart überreichte, als er mit dem Neusser Kammerorchester auf einer Tournee in Tokio war.
„Ihre Arbeiten haben mich sehr beeindruckt“, sagt der Musiker, der sich nach Rücksprache mit der Japanerin spontan entschloss, die Zeichnung zur Bach-Kantate „Lobet Gott in seinen Reichen“ dem Programmheft für die Romanische Nacht zuzufügen.
Das Werk gehört nämlich zum Programm des Konzerts und wird vom Münsterchor gleich zum Auftakt gesungen. Die Altistin Maria Friderike Radner wird Bachs Kantate 11 singen; den Evangelisten singt der Tenor Wolfgang Klose.
Beide haben ihre Ausbildung in der Opernklasse von Professor Michaela Krämer an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf gemacht; beide haben inzwischen eine rege solistische Konzerttätigkeit aufzuweisen.
Als Bariton ist der in St. Quirin schon mehrfach aufgetretene Kantor der Neanderkirche Düsseldorf, Sebastian Klein, dabei; den Sopran singt Sabine Schneider.
Der zweite Teil des Konzerts beginnt mit Orgelklängen Messiaens’ (vom Xantener Domkantor Wolfgang Schwering).
Maria Jonas und Andreas Nachtsheim widmen sich danach den Gesängen von Monteverdi, bevor dann unter dem Titel „Erdenleid und Himmelsfreud“ die Capella Quirina den Abend mit Werken von Schein, Rutter und anderen beschließt.
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