Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Auch nackte Zahlen können einen faszinierenden Ort gut beschreiben: Mehr als 37.000 Kerzen haben Gläubige voriges Jahr in der Kapelle "Maria in der Not" angezündet; rund 5000 Pilger werden jetzt allein zur Wallfahrtswoche im Büdericher Ortsteil Niederdonk erwartet.
Die meisten kommen aus Neuss, Kaarst und Umgebung, vor allem Jugendliche sollen es diesmal sein. Pfarrer Marcus Bussemer, Jugendseelsorger im Kreisdekanat Neuss und in Düsseldorf, wird die Predigten vor den abendlichen Lichterprozessionen mit dem Gnadenbild halten.
Die Niederdonker Oktav 2010 steht unter dem Motto "miteinander glauben leben", eben jenem neuen Leitwort, das sich die Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist in Büderich gegeben hat, zu der das Kirchlein gehört. Die Wallfahrt beginnt am Samstag, 4. September, um 19.30 Uhr mit einer Vigilfeier der Jugend mit Lagerfeuer und offenem Singen. Tags darauf feiern die Büdericher mit ihren Gästen ab 10.30 Uhr eine Festmesse zur Eröffnung der Oktav.
Alte Pietà ist verschwunden
Neben Pilgermessen in den Morgenstunden sowie Nachmittagen für Senioren oder Kranke richten sich die Predigtabende an bestimmte Zielgruppen. Da gibt es einen "Abend des Trostes" für Trauernde und Traurige (am 6. September), einen "Abend der Liebe" mit der Segnung von Paaren (7. September) und einen "Abend der Sendung" mit dem örtlichen "Projekt: Chor!" nebst Band für alle, die den Glauben weitergeben (8. September). Ein "Abend der Einheit" für Bruderschaften und Schwesterkirchen mit anschließender Begegnung (9. September) fehlt ebenso wenig wie ein "Abend der Zukunft" für Kinder und Familien (10. September). Die Teilnehmer treffen sich jeweils um 19.30 Uhr auf dem Kapellenplatz. Am Samstag, 11. September, beginnt dort zur gleichen Zeit ein A-cappella-Konzert mit dem Ensemble "Voices Appeal". Die Oktav schließt am Sonntag, 12. September, um 15 Uhr mit der Pferde- und Fahrzeugsegnung.
Um die Entstehung der Kapelle ranken sich verschiedene Geschichten. Dem Volksmund nach war sie einst eine Einsiedlerklause. Eine andere Quelle datiert ihre Errichtung auf das Jahr 1542, wo sie der Besitzer des benachbarten Dyckhofs erbaut haben soll. Urkundlich erwähnt ist sie ab dem 17. Jahrhundert. Rätselhaft ist der Verbleib der alten Pietà, des Standbildes, das die Muttergottes mit Jesus nach der Kreuzabnahme zeigt. Sie wurde als wundertätig bezeichnet und vermutlich eigens für die Kapelle geschaffen. Das heutige Gnadenbild stellt Maria mit dem gestorbenen Christus auf dem Schoß.
Info www.niederdonk.de
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