Abwrackprämie bewahrte vor Absturz (NGZ). Die Abwrackprämie hat Autohändler und -hersteller vor dem Absturz bewahrt, bei den Bürgern ist sie ein Volltreffer. Doch die Subvention hat eine Seite, die auch im Rhein-Kreis Neuss Schatten wirft.
Rhein-Kreis Neuss Das Geschäft von Dirk Drossard brummt wie nie zuvor, die Kunden stehen Schlange vor seinem Betrieb, und der Auslastungsgrad seiner Maschinen dürfte jeden Controller ins Schwärmen geraten lassen. Angesichts der Sturmwolken, die die Wirtschaftskrise derzeit über das Land treibt, arbeitet der Grevenbroicher in einer beneidenswerten Branche - könnte man meinen. Und doch klingt Drossard gequält, wenn er von seinem Job spricht. Der Grevenbroicher betreibt an der Nikolaus-Otto-Straße eine Autoverwertung, und die Abwrackprämie, so könnte man sagen, hat seinen Arbeitsablauf kräftig durcheinandergewirbelt.
„Am Anfang war das noch schön“, brummelt er: „Mittlerweile kommen wir mit dem Demontieren nicht mehr nach, wir machen inzwischen nur noch, was vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist.“ Drossard hat inzwischen etliche „Mercedes, Fokus und Arosas verschrottet; Autos, die man locker noch ein paar Jahre hätte fahren können“ - und die die Geschäftsgrundlage sind für eine andere Branche, für die „Abwrackprämie“ sicher einer der heißesten Kandidaten auf das Unwort des Jahre sein dürfte.
Ralf Ostermann, der in Meerbusch auf einer Fläche von 4600 Quadratmetern die Reparaturwerkstatt „Auto Zentrum Ostermann“ betreibt, gehört dieser Branche an. Ihm entgleiten beim Wort Abwrackprämie jedenfalls die Gesichtszüge. Rund 50 Kunden seien ihm abgesprungen. Ihre Begründung: „Bevor ich jetzt nochmal 1000 Euro für eine Reparatur ausgebe, lasse ich lieber abwracken.“
Alles weitere lesen Sie in der Dienstags-Ausgabe der NGZ
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.