Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss (ki) Der am Dienstag vor seiner Kanzlei in Düsseldorf festgenommene Rechtsanwalt Constantin K. aus Meerbusch bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende im Rhein-Kreis Neuss, Kreistagsabgeordnete und Stadtrat steht im Verdacht, beim Handel mit Luxus-Autos Kunden betrogen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft in Gera hatte nach Strafanzeigen den Haftbefehl beantragt, auch die Justiz in Köln ermittelt. „Die Käufer haben Anzahlungen für Pkw geleistet, die Autos wurden jedoch nie geliefert“, beschreibt Presse-Staatsanwalt Ralf Mohrmann aus Gera die Tatvorwürfe. Die Schadenshöhe liege „im sechsstelligen Bereich“.
Im Auftrag eines Schweizer Unternehmens, so der Staatsanwalt, habe der 34-Jährige in seiner Funktion als Anwalt die Anzahlungen kassiert. Im Laufe der kommenden Woche - der genaue Termin steht noch nicht fest - soll K. durch die Staatsanwaltschaft Gera verhört werden. „Bis dahin bleibt er auf jeden Fall in U-Haft“, sagt der Justizsprecher aus Thüringen auf Anfrage der NGZ.
Justiz in Gera und Köln ermittelt
Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft K. - im Kreistag unter anderem auch im Polizeibeirat vertreten - ähnliche Delikte vor: Staatsanwalt Günther Feld berichtet von Ermittlungen, die bereits 2005 aufgrund mehrerer Anzeigen aufgenommen worden seien: „Es geht um Luxusfahrzeuge, für die Anzahlungen kassiert wurden, ohne dass die Autos ausgeliefert wurden.“
Feld geht bei den Kölner Fällen von einem Schaden von insgesamt rund 275 000 Euro aus. K. soll diese Geschäfte über ein Unternehmen mit dem Namen „First Class Sports Cars“ abgewickelt haben. Ob sich der Verdacht erhärtet, sollen die anstehenden Verhöre zeigen. „Wir müssen abwarten, ob sich Herr K. zu den Vorwürfen einlässt“, sagt Feld.
FDP will in Gremien beraten
Mit welcher Strafe K. rechnen müsste, sollte sich der Verdacht erhärten und ein Gericht ihn verurteilen, kann der Staatsanwalt derzeit nicht abschätzen: „Das wäre reine Spekulation.“
Die FDP im Rhein-Kreis Neuss will über die Vorwürfe gegen ihr Parteimitglied K., so FDP-Vorsitzender Bijan Djir-Sarai, in den nächsten Tagen beraten: „Wir werden dazu die entsprechenden Gremien zusammenrufen.“
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