Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis/Düsseldorf Die Wirtschaftsförderung ist bei den Kommen in guten Händen, mit dieser zentralen Botschaft eröffnete Kreisdirektor Hans-Jürgen Petrauschke am Donnerstag in Düsseldorf Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Kommunale Wirtschaftsförderung (AGKW) in Nordrhein-Westfalen.
In seiner Eigenschaft als AGKW-Vorsitzender begrüßte Petrauschke in den Räumen der NRW.Bank über 100 Wirtschaftsförderer aus allen landesteilen zur Diskussion über „Das Erfolgsgeheimnis wachsender Wirtschaftsstandorte - Bedingungen, Strategien, Best Practice“.
Auch wenn Nachbarkommunen mitunter bei Unternehmensansiedlungen Konkurrenten seien, so der Kreisdirektor, lohne sich doch immer wieder der Blick über den Tellerrand: „Man muss nicht alles übernehmen, was die anderen machen. Aber man kann sich orientieren und auch aus Fehlern anderer lernen.“
Mit einem klaren Ja beantwortete Petrauschke die Frage nach der Wirksamkeit kommunaler Wirtschaftsförderung. Die Entwicklung eines Standortes hänge nicht allein von Faktoren wie Konjunktur, Verkehrsinfrastruktur, Lohnniveau oder Kaufkraft ab. „Letztlich kommt es auf die Kommunen an“, so Petrauschke.
Wie sich Unternehmen in einer Stadt oder einem Kreis aufgenommen fühlten, hänge von der individuellen Ansprache ab. Kurze Wege, Lotsen im Kontakt mit Behörden oder Serviceversprechen, etwa die Zusicherung von Genehmigungen in einem bestimmten Zeitraum, seien dabei ebenso entscheidend wie die Schaffung eines Wohn- und Arbeitsumfeldes mit hoher Lebensqualität.
Angesichts dieser entscheidenden Rolle im Kontakt mit der Wirtschaft seien die Kommunen, so Petrauschke, auch die ideale Ebene, wenn es im Sinne der EU-Dienstleistungsrichtlinie um die Einrichtung zentraler Ansprechpartner gehe: Kein Land und keine Kammer sei so vernetzt und so nah an den Unternehmen wie die Kommunen. Mit Blick auf Förderprogramme des Landes, aber auch der EU lenkte Petrauschke den Blick auf die kleinen und mittleren Unternehmen: „Darauf müssen wir den Fokus noch stärker richten, denn diese Unternehmen sind der Motor unserer Wirtschaft.“
Manches sei noch zu optimieren, so zum Beispiel das Verfahren der Ziel-II-Förderung der EU. So gelte es Innovations- und Technologiebegriffe in den Ausschreibungen der Wettbewerbe um Fördergelder mittelstandsfreundlicher zu formulieren. Schließlich sei nicht jede Innovation mit einem hohen Hightech-Aufwand verbunden. Würden Förderentscheidungen von einer Jury getroffen, müsse sichergestellt sein, dass die Bewerbung nicht Konkurrenten in die Hände fallen.
Auch über Ziel-II hinaus mahnte Petrauschke „nachhaltige Förderprogramme“ für den Mittelstand an. Bedauerlich sei es, wenn für die Arbeitsplatzsicherung weniger Geld zur Verfügung stehe oder Mittel für Mikrodarlehen zwar im Landeshaushalt eingestellt seien, die Umsetzung des entsprechenden Programms jedoch ins Stocken gerate.
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