Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Seit März laufen bei der Kreispolizei die Fäden für das NRW-weite Sicherheitskonzept der Deutschlandtour zusammen. Im Interview mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung berichtet Polizeidirektor Detlef Fox (53) über die Hintergründe.
Herr Fox, was gab den Ausschlag, die Kreispolizeibehörde Neuss dafür auszuwählen, das landesweite Sicherheitskonzept für die Deutschlandtour auszuarbeiten?
Detlef Fox: Wir haben drei so genannte Start- und Zielbehörden in Nordrhein-Westfalen, das heißt, die einzelnen Etappen enden beziehungsweise beginnen dort. Neuss liegt da an zentraler Stelle.
Ich gehe davon aus, dass das der Grund war, uns für diese Aufgabe auszuwählen. Der Auftrag wurde vom Innenministerium an den Landrat herangetragen, der wiederum mich um die Umsetzung gebeten hat.
Auf welches Know-how können Sie dabei zurückgreifen?
Fox: In Neuss waren bekanntlich schon einige große Radrennveranstaltungen, insofern besitzen wir eine gewisse Vorerfahrung. Hinzu kommen etliche weitere Großveranstaltungen, durch die wir über eine gesunde Basis und entsprechendes Know-how verfügen. Wir haben uns zudem mit anderen Behörden beraten, um das Einsatzkonzept zu entwickeln.
Die Vorbereitungen laufen seit einem halben Jahr. Warum war so viel Vorlauf nötig?
Fox: Die gesamte Aufgabenverteilung geht ja nicht nur über drei Bundesländer, sondern auch 15 Polizeibehörden. Da muss bis ins Detail alles geregelt werden.
Wie viele Straßenkilometer in Nordrhein-Westfalen müssen Sie absichern? Wo sind die neuralgischen Punkte?
Fox: Die Strecke ist mehr als 500 Kilometer lang und muss überall polizeilich betreut werden. Wir müssen jede Einmündung, jede Kreuzung sichern. Während der Vorlaufzeit konnten wir davon ausgehen, dass sich auf der Strecke bald täglich eine Kleinigkeit ändert, da müssen wir bis zum letzten Tag nachbessern.
Die Sicherung der Großevents während der Tour bedeutet dabei noch einen zusätzlichen Aufwand.
Wer gehörte zum Team der Vorbereitungsgruppe? Wie stimmen Sie sich mit den Behörden in den anderen Orten ab?
Fox: Drei Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Neuss sind für die Vorbereitungen komplett freigestellt worden, hinzu kommen 15 weitere Beamte aus verschiedenen Sachbereichen, die uns unterstützt haben. Hilfe gab’s auch vom Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste, insbesondere was die Funkkordination betrifft.
Wir setzen hierfür auch die Fliegerstaffel ein. Sie dient für den Funkverkehr als fliegendes Relais. Es gab bereits mehrere Einsatzbesprechungen, beispielsweise im Ministerium, im Landesamt und mit Landrat Dieter Patt im Kreishaus.
Wie viele Einsatzkräfte werden für die Tour landesweit mobilisiert werden?
Fox: Es werden 1100 Beamte über drei Tage lang im Dienst sein. Der Veranstalter stellt so genannte Verbindungsordner, wir selbst stellen Verbindungsbeamte, die den Kontakt zu den jeweiligen Polizeibehörden halten. Hinzu kommen 1300 Ordner, die entlang der Route in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden.
Zu unseren Aufgaben gehört es, auch die mobile Betreuung der Strecke zu gewährleisten: Erst kommt eine Werbekarawane mit 20 Fahrzeugen, dann erstmal nichts, dann folgt das Rennfeld, dem schließt sich der Begleittross an. Das alles müssen wir gefahrlos durch NRW lotsen. Aber gewisse Unwägbarkeiten lassen sich natürlich nicht ausschließen.
Gab’s irgendwelche Vorgaben?
Fox: Nein. Der Auftrag lautet, einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.
Wenn man sich an die Diskussion um die Polizeieinsätze bei Fußball-Bundesligaspielen erinnert: Was ist mit den Kosten?
Fox: Dazu nur so viel: Wir werden nichts in Rechnung stellen ...
Wo befindet sich das Lagezentrum?
Fox: In unserem Gebäude an der Jülicher Landstraße in Neuss. Dort arbeitet unter meiner Leitung der 15-köpfige Führungsstab.
Welche Beeinträchtigen werden Anwohner in Kauf nehmen müssen?
Fox: Entlang der Strecke und während der Events gibt es Absperrmaßnahmen, da muss man mit Behinderungen rechnen. Wir werden aber über den Verkehrsdienst darauf hinweisen.
Was Neuss betrifft: Alle Sperrungen sind im Internet veröffentlicht. Infos finden Interessierte auf www.deutschlandtour-neuss.de unter der Rubrik „Parken und Verkehr“.
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