Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Hungrig machen die Katzen sich über das in einer Plastikdose bereit gestellte Futter her. Sie fressen gierig - und werden dabei von Astrid Weitz beobachtet, die den Tieren die Nahrung vorbeigebracht hat. Sie verfolgt das Treiben aus einiger Entfernung, um die Katzen nicht zu verscheuchen. Die samtpfotigen Vierbeiner leben frei inmitten des Großstadtdschungels, verwildert, ausgesetzt, von ihren ehemaligen Besitzern vergessen.
Astrid Weitz und ein Team engagierter Mitstreiter haben sich unter dem Dach des Tierschutzvereins Neuss, dessen Vorsitzender der Grevenbroicher Jürgen Lochner ist, der Tiere angenommen. Die 33-Jährige benutzt eine drastische Sprache, um zu schildern, was passieren würde, wenn sich die freiwilligen Helfer nicht um die Katzen kümmern würden: „Sie würden elendig verhungern und verrecken.“
Brennpunkte sind gleich mehrere Stellen in und um Neuss, so am Schlachthof, an der Düsseldorfer Straße und auf dem Schrottplatz an der Morgensternsheide. Auch in Grevenbroich, sagt Weitz, würden Katzen in einem Schrebergarten regelmäßig gefüttert - und gefangen. Damit weist sie auf den zweiten, wichtigen Aspekt aller Bemühungen hin: die Tiere zu kastrieren, damit sie sich nicht unkontrolliert vermehren und die Population auf lange Sicht hin zu dezimieren.
Das Budget ist erschöpft
Die entstehenden Kosten für die Versorgung und Kastrationen tragen die Katzenfreunde selbst oder mit Hilfe von Spenden. Neben den monatlich rund 250 Euro für Fütterung betrage der Preis für Kastrationen zwischen 50 Euro (Kater) und 90 Euro (Katzen), berichtet Astrid Weitz. Die finanziellen Mittel hierzu seien allerdings so gut wie erschöpft, verweist sie auf ein Problem, das ihr und ihren Mitstreitern Kopfzerbrechen bereitet.
Die Tiere werden zumeist wieder freigelassen. Eine erwachsene, verwilderte Katze zu zähmen, sei aussichtslos. Die kastrierten Tiere bekommen eine kleine Kerbe in ein Ohr, damit schon von weitem sichtbar ist, dass sie nicht noch mal eingefangen werden müssen. Kleine Kätzchen, oft von Krankheiten und Seuchen gepeinigt, versucht man in privaten Pflegestellen aufzupäppeln und zu vermitteln. Weitz: „Wir vermitteln Babys für 70 Euro mit der Auflage sie zu kastrieren; sie sind geimpft, entwurmt, entfloht und mit einem Mikrochip versehen.“
Am Samstag in der NGZ: Porträt Astrid Weitz
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