Kreiswerke Grevenbroich (NGZ). Von Thilo Zimmermann
Die Kreiswerke Grevenbroich versorgen über 210 000 Menschen mit Wasser - so viel wie nie zuvor. Am Freitag legte das Unternehmen seine Jahresbilanz vor. Der Konzessionsabgaben-Streit mit der Stadt Neuss vor Gericht ruht.
Zum Schluss zückte Theo Thissen noch eine Zitate-Sammlung. „Denen, die Brunnen bauen und Wasserwerke errichten, wird ewige Seligkeit im Paradies zugesagt“, versicherte der chinesische Philosoph Lao-tse demnach. Ob Thissen und Ingolf Graul, die Geschäftsführer der Kreiswerke Grevenbroich GmbH, einst ins Paradies eingehen, ist nicht bekannt. Einen seligen Eindruck machten sie dennoch, als sie am Freitag die Jahresbilanz des Unternehmens vorlegten.
210 584 Einwohner im Rhein-Kreis Neuss, in der Stadt Mönchengladbach und in der Gemeinde Titz versorgten die Kreiswerke 2004 mit Wasser - so viel wie nie zuvor. Die Länge des Rohrnetzes wuchs um sechs auf 976 Kilometer. Der Überschuss kann sich sehen lassen. Er wird in die Rücklage gesteckt beziehungsweise an den Rhein-Kreis Neuss, den alleinigen Gesellschafter, und seine Kommunen überwiesen.
Wie Thissen, Graul sowie Aufsichtsratschef Peter Maaser und sein Stellvertreter Udo Bernards berichteten, war der Wasserverbrauch zuletzt aber rückläufig, „da der Sommer 2004 deutlich niedrigere Temperaturen und kürzere Schönwetter-Perioden hatte“. Der Absatz sank um 403 000 auf elf Millionen Kubikmeter.
Der durchschnittliche Wasserverbrauch lag bei 138,8 Liter pro Tag und Kunde. 2004 wurden 472 neue Hausanschlüsse installiert. Die Gesamtinvestitionen betrugen im Vorjahr 5,4 Millionen Euro. Während die Wasserwerke in Driesch, Wickrath und im Mühlenbusch auf dem modernsten Stand der Technik sind, galt das Hauptaugenmerk dem Rohrleitungsbau, und das vor allem in Neukirchen, Stürzelberg, Hülchrath und Kleinenbroich.
Ungetrübten Badespaß garantieren die Kreiswerke mit Kaarster See und Nievenheimer See. Die eigenen Kontrolleure bescheinigten dem Wasser dort, „absolut einwandfrei“ zu sein, das Landesministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz setzte noch einen drauf: Es gab beiden Anlagen wie in den Vorjahren das Prädikat „sehr gut“.
Kein Wunder, dass 2004 trotz des bescheidenen Sommers Besuchermassen zu den Seen strömten. 58 857 Badegäste waren es in Kaarst, 16 608 in Nievenheim. Die Schwimmer und Sonnenanbeter bescherten den Kreiswerken Einnahmen von 127 000 Euro. Allein 943 Saisonkarten wurden an Mann, Frau oder Kind gebracht.
Eine besondere Erwähnung wert ist dem Unternehmen auch die Kooperation von Kreiswerke Grevenbroich und Stadtwerke Neuss mit der Landwirtschaft in den Einzugsgebieten der Wassergewinnungsanlagen. Mittlerweile 114 Bauern und neun Gärtner sind mit von der Partie. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, Belastungen für das Grundwasser zu vermeiden.
Zum Konzessionsabgaben-Streit vor dem Landgericht Mönchengladbach äußerte sich auf Anfrage Ingolf Graul. „Die Stadt Neuss will mehr Geld von uns als wir zu zahlen bereit sind“, auf diesen einfachen Nenner brachte der Geschäftsführer die Ausgangslage. Das Verfahren ruhe aber - „auf Anordnung des Gerichts“. Sowohl die Stadt als auch die Kreiswerke bemühten sich nun um eine gütliche Einigung, sagte Graul. Oder wie es Aufsichtsratschef Maaser ausdrücke: „Wir sind nicht sprachlos, wir sind im Gespräch.“
INFO: Kreiswerke-Bilanz Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH verzeichnete im Jahr 2004 einen Überschuss von 1,2 Millionen Euro. Der eigene Wirtschaftsplan mit einem kalkulierten Ergebnis von 905 000 Euro wurde somit übertroffen. Die Bilanzsumme beträgt 65,3 Millionen Euro.
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