Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Auf diesem Stuhl im Raum 300 der Arbeitsagentur könnte sich die Zukunft von Christoph Gassner entscheiden. Der 20-Jährige hat noch keine Ausbildungsstelle gefunden. Jetzt sitzt er vor Agenturmitarbeiter Richard de Maria Cano und hört ihm zu.
"Elf Adressen im Bereich Elektrotechnik habe ich. Auf die können Sie sich bewerben", sagt de Maria Cano.
In Neuss und gleichzeitig in Grevenbroich bietet die Arbeitsagentur an diesem Tag den "Bewerbertag" an. Ohne Termin können Jugendliche zu den Berufsberatern kommen, um die richtige Ausbildungsstelle zu finden. Etwa 1000 Jugendliche, so wird geschätzt, haben im hiesigen Agenturbezirk noch keinen Ausbildungsvertrag unterschrieben, die genaue Zahl wird im März bekanntgegeben.
Ungefähr genauso viele unbesetzte Ausbildungsplätze soll es geben. Die Kunst der Vermittler ist es, für jede Stelle einen Bewerber mit dem richtigen Profil zu finden. Und je mehr Schulabgänger sich bei der Agentur melden, desto einfacher wird es für die Vermittler. Das Ziel der Bewerbertage: möglichst viele neue Bewerber in die Kartei aufzunehmen.
Christoph Gassner ist einer von 58 Jugendlichen, die an dem Tag in die Neusser Arbeitsagentur kommen, 29 sind es in Grevenbroich. Gassner hatte eine genaue Vorstellung von dem, was er werden will: Mechatroniker im Bereich Kältetechnik. Am Ende gab ihm Richard de Maria Cano dann doch mehr Firmenadressen für den Bereich Elektrotechnik, "da gibt es mehr freie Stellen", sagt de Maria Cano.
Allerdings war Christoph Gassner überrascht, dass es gleich elf Firmen suchen. "Ich habe im Internet viel weniger Stellen gefunden", berichtet Gassner. Ein kleines Lächeln kann sich der Berufsberater da nicht verkneifen. Denn als Ansprechpartner für Arbeitgeber weiß er, dass das nicht zuletzt an seiner Kompetenz liegt. "Viele Unternehmen möchten handverlesene Kandidaten haben, nicht 300 unbrauchbare Bewerbungen zurückschicken müssen", sagt er.
Deshalb meldeten die Firmen die Stellen nur den Ausbildungsplatzvermittlern der Agentur im Vertrauen darauf, dass diese die Adresse an geeignete Bewerber weitergeben. Tatsächlich gibt es freie Ausbildungsstellen nicht nur in relativ exotischen Berufen wie "Schädlingsbekämpfer", sondern auch in beliebten Branchen wie der Informationstechnik. Doch dafür geeignete Bewerber zu finden, fällt schwer, sagt die Agentur.
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