Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Gute und schlechte Nachrichten für alle, die mit Öl heizen: Obwohl angesichts der Dauer-Krisenstimmung im Nahen Osten grundsätzlich auf hohem Niveau, ist der Brennstoff doch etwas günstiger als im Vorjahr. Zwischen 63 und 66 Cent pro Liter bei einer Abnahme von 3000 Litern sind derzeit fällig.
Die Branche hat ein Informationsportal im Internet eingerichtet. Unter www.oelheizung.info wird über innovative Ölheizungstechnologie berichtet.
Weiter sinkende Preise sind allerdings nicht zu erwarten, dafür sorgt schon die Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr. Zeit für Hamsterkäufe? Der Verband für Energiehandel (VEH) rechnet damit. Ob es sich lohnt, den Tank vor dem Jahreswechsel noch einmal randvoll zu machen, müssen Hausbesitzer letztlich jedoch selbst kalkulieren.
Wie immer gilt beim Öl: Je geringer die Abnahmemenge, desto höher der Preis. Unterdessen bemüht sich die Branche, ihr Image von der Hochpreis-Energie zu korrigieren. Und das Interesse ist groß: Allein in Büttgen kamen jetzt rund 130 Verbraucher, die mit Öl heizen, um zu erfahren, wie sie ihren Energieverbrauch reduzieren können.
Im Gespräch mit der NGZ beantwortet Lothar Weber, Regionalberater des „Institutes wirtschaftliche Oelheizung“ für die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf Fragen zur effektiven und sparsamen Nutzung des Energieträgers Öl.
Herr Weber, angesichts der hohen Energiekosten überlegen viele Hausbesitzer, alte Anlagen erneuern zu lassen. Welche Effekte lassen sich erzielen?
Lothar Weber Über 70 Prozent der Energie im Haushalt wird für Heizung und warmes Wasser aufgewendet. Es geht also in der Tat um einen beachtlichen Kostenfaktor für den Verbraucher. Mit modernen Ölbrennwert-Geräten, die auch mit Solaranlagen kombiniert werden können, lassen sich bis zu 40 Prozent Energie einsparen.
Viele Verbraucher denken an die stetig steigenden Benzinpreise und halten automatisch auch das Heizen mit Öl für eine besonders teure Angelegenheit. Ist das berechtigt?
Weber Das Statistische Bundesamt erhebt seit 25 Jahren Daten zu den Kosten für die verschiedenen Energieträger. Öl ist dabei im Bundesdurchschnitt mit Blick zurück, aber auch aktuell immer die günstigste Wahl.
Öl ist nicht unendlich vorhanden. Wie wollen Sie verhindern, dass mit der Verknappung des Rohstoffes die Preise immer weiter steigen?
Weber Es wird mit Biobrennstoffen experimentiert, mit Öl, das aus Biomasse, also Pflanzen, gewonnen wird. In drei bis fünf Jahren könnten wir so weit sein, synthetisches Öl und herkömmliches Heizöl zu mischen. Das Potenzial für Biobrennstoffe ist hoch: Würden wir ein Drittel der zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Fläche nutzen, könnten wir die Hälfte des Ölbedarfs in Deutschland decken.
Welche Summe muss ein Verbraucher aufwenden, um zu modernisieren?
Weber Die Modernisierung einer Ölheizung kann 5000 bis 8000 Euro kosten. Dafür gibt es Brennwerttechnik auf dem neusten Stand, bei der 97 Prozent des Brennstoffes ausgenutzt wird.
Gibt es eine staatliche Förderung?
Weber Für 2006 sind die Fördertöpfe ausgeschöpft. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet allerdings verbilligte Finanzierungen an.
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