Minister dankte Straßenwärtern für Dauereinsatz (NGZ). Gefrorener Boden und plötzlicher einsetzender Regen - Autofahrern und Fußgängern im Kreis Neuss ahnten bereits Böses, als Freitag Vormittag dunkle Wolken am Himmel zwischen Rhein und Erft aufzogen: Gefährliches Blitzeis verwandelte Straßen und Wege im Kreisgebiet gestern ab 9.30 Uhr erneut in spiegelglatte Rutschbahnen. Innerhalb kürzester Zeit, so berichtet Polizeisprecher Hans-Willi Arnold, ereigneten sich in den Städten und Gemeinden des Kreises zahlreiche Verkehrsunfälle, die allerdings meist glimpflich verliefen. Ohne Streusalz oder Granulat ging am Freitag nichts mehr. NGZ-Foto: M. Reuter
Es waren fast ausschließlich Blechschäden, die die Beamten ausnehmen mussten. Insgesamt rückten die Polizeistreifen allein in der Zeit zwischen 9.30 und 12.50 Uhr 40 Mal zu Unfällen aus, die auf glatte Straßen zurückzuführen waren. Besonderes Pech hatte ein Mann in Büderich. Er fuhr einen Klein-Lastwagen und bog um 11.10 Uhr von der Moerser Straße in die Straße am Breil ab. Der Kleinlaster geriet auf der durch Regen und Frost spiegelglatt gewordenen Straße ins Rutschen, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen ein Verkehrszeichen. Der Fahrer telefonierte darauf hin mit der Polizei. Sehr in Eile, stand er vor der Alternative, an der Unfallstelle auf eine Funkstreife zu warten oder zur ganz in der Nähe liegenden Polizeiwache zu fahren.
Alle Funkstreifen in Meerbusch waren noch dabei, Glatteisunfälle aufzunehmen. Statt zu warten, fuhr der Mann zu Dienststelle. Dort gegen 11.15 Uhr angekommen, hatte er jedoch erneut Pech mit dem Wetter. Vergeblich versuchte er auf dem Parkplatz seinen Wagen zu bremsen. Der Kleinlaster aber kam nicht zum Stehen, sondern rutschte auf Glatteis gegen einen vor der Wache geparkten Personenwagen, an dem Sachschaden in der Höhe von rund 2.000 Euro entstand. Doch nicht nur die Fahrt mit dem Auto wurde zur Rutschpartie, auch wer zu Fuß unterwegs war, konnte sich auf ein abenteuerliches Fortkommen gefasst machen. An parkende Autos oder Gartenzäune geklammert versuchten alle, die nicht zu Hause bleiben konnten, ihr Ziel zu erreichen.
Wie in Büttgen bildeten viele Eltern spontan Fahrgemeinschaften, um ihre Kinder von der Schule oder vom Kindergarten abzuholen. Gleichzeitig waren die Streufahrzeuge der Bauhöfe in den Vormittagsstunden und am Mittag im Dauereinsatz, ein Einsatz, der heute von NRW-Wirtschafts- und Verkehrsminister Ernst Schwanhold besonders hervorgehoben wurde: "Mein Dank gilt allen Straßenwärtern in NRW. Im ganzen Land sind ja seit Mitte Dezember wegen der heftigen Schneefälle und des Glatteises Tag und Nacht in Rufbereitschaft oder im Einsatz", erklärte der Minister.
Der strenge Wintereinbruch und die lang anhaltenden Minusgrade hätten dem Winterdienst in den vergangenen Monaten einiges abverlangt. Landesweit waren vor Beginn der kalten Jahreszeit rund 130.000 Tonne Streusalz allein in den 29 Autobahn- und 56 Straßenmeistereien des Landesbetriebes "Straßen NRW" eingelagert worden. Bislang sind seit Anfang November vergangenen Jahres rund 200.000 Personalstunden im Winterdienst angefallen und etwa 17 Millionen Euro an Kosten für Material und Arbeitskräfte entstanden. Dank rechtzeitiger Nachbestellungen geben es jedoch keinen Engpass bei den Streumitteln. ki
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.