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Rhein-Kreis Neuss: „Cati“ gibt den Überblick

VON THILO ZIMMERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.06.2008 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss „Wir müssen noch treffsicherer werden“, sagt Jürgen Steinmetz, und er meint nicht die deutschen Fußballer bei der Europameisterschaft.

Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss begründet (v. l.): Dr. Rainer Bovelet, 
Stephan Meiser, Jürgen Steinmetz und Chris Proios wollen eine genaue Standortanalyse 
ermöglichen. 500 Unternehmen werden gefragt nach Konjunkturerwartung oder Investitionsneigung. 
 Foto: NGZ
Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss begründet (v. l.): Dr. Rainer Bovelet, Stephan Meiser, Jürgen Steinmetz und Chris Proios wollen eine genaue Standortanalyse ermöglichen. 500 Unternehmen werden gefragt nach Konjunkturerwartung oder Investitionsneigung. Foto: NGZ

Der Dezernent des Rhein-Kreises Neuss meint die Akteure der Wirtschaftsförderung. Sie bekommen bald einen neuen Überblick über die Sorgen und Nöte, Hoffnungen und Wünsche der heimischen Unternehmerschaft.

Ein Mittelstandsbarometer Rhein-Kreis Neuss soll es möglich machen. 500 Repräsentanten kleiner und mittlerer Betriebe werden bis zum 24. Juli erstmals nach ihrer Einschätzung der aktuellen Lage befragt. 

Am Donnerstag stellten Steinmetz, Stephan Meiser von der Sparkasse Neuss sowie Chris Proios und Dr. Rainer Bovelet von der Creditreform ihr gemeinsames Projekt vor.

Info

Info: www.konjunkturforschung-regional.de

Die Abkürzung „Cati“ steht für „Computer assisted telephon-interview“. Nach diesem System befragen die Mitarbeiter der regionalen Konjunkturforschung repräsentativ ausgewählte Unternehmer telefonisch nach ihrer Meinung und geben die Antworten gleich in den Computer ein.

Interessiert sind sie an Personal-, Gewinn- und Umsatzentwicklung genauso wie an Investitionsbereitschaft und Konjunkturaussicht. Aktuelle Fragen wie etwa nach den Auswirkungen der Kreditkrise oder nach den Dienstleistungen der Wirtschaftsförderungsgesellschaften runden das Bild ab.

Herauskommen soll „eine mikrogeografische Aufschlüsselung“, wie Bovelet sagt. Mit anderen Worten: Am Ende der Analyse ist klar, wie die Beurteilung der ökonomischen Lage in jeder der acht Kommunen an Rhein und Erft genau ausfällt.

Jürgen Steinmetz untermauert die Bedeutung des Mittelstands anhand nackter Zahlen: Bei 99,6 Prozent der Unternehmen handelt es sich um kleine und mittlere Betriebe. Sie beschäftigen 68 Prozent aller Arbeitnehmer und stellen 82 Prozent aller Auszubildenden.

Ergo: „Der Mittelstand hat eine ausgesprochen hohe Bedeutung für uns, und wir müssen diese Zielgruppe sehr gut kennen, um unseren Standort möglichst attraktiv für sie gestalten zu können.“ Initiativen vom Gütezeichen „Mittelstandsfreundliche Verwaltung“ über den Handwerker-Parkausweis bis zur Existenzgründerberatung zielten schon in diese Richtung.

Steinmetz ist schon gespannt auf die Umfrageergebnisse. Dabei soll der auf freiwilliger und anonymer Basis erhobene Mittelstandsmonitor „kein einmaliger Aufschlag“ sein, wie der zuständige Dezernent des Kreises betont. Zunächst soll die Lage in drei aufeinander folgenden Jahren analysiert werden. Danach wird Bilanz gezogen.

„Für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort ist es unerlässlich, am Puls der Zeit zu sein und ein übergeordnetes Gesamtbild zu erhalten“, erklärt Stephan Meiser. Wer dieses Gesamtbild „mit den Mosaiksteinen aus den Kundengesprächen der Sparkassen und Wirtschaftsförderungen“ abgleichen könne, halte wertvolles Datenmaterial in der Hand.

Proios und Bovelet schlagen in die gleiche Kerbe. „Wir betreiben die Konjunkturforschung nun seit acht Jahren und haben damit schon viele regionale Megatrends vorhersagen können. Wir entwickeln quasi einen Seismografen“, heißt es.

Am 11. August soll der erste Stand des neuen Barometers im großen Rahmen der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Quelle: NGZ


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