Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Die Mitglieder entscheiden über den künftigen Vorsitzenden der nordrhein-westfälischen CDU. Armin Laschet oder Norbert Röttgen? Die Christdemokraten im Rhein-Kreis lassen sich durch den Wettbewerb motivieren.
Dieter Welsink macht aus seiner "Sympathie" für eine "Lösung auf Landesebene" keinen Hehl. Keine Frage Welsink als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion unterstützt er Armin Laschet, wenn der Aachener nach dem Landesvorsitz greift: "Weil Demokratie von unten wächst. Und die CDU schöpft ihre Kraft immer noch aus der Fläche." Ansgar Heveling, Vorsitzender der Korschenbroicher CDU und Bundestagsabgeordneter in Berlin, erklärt seine "Präferenz für Norbert Röttgen", schätzt die Intellektualität des Umweltministers. "Einen Favoriten gibt es nicht", sagt der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph, "noch stehen die Chanven 50:50".
Die CDU in NRW
Die Kreis-CDU bildet einen von 54 Kreisverbänden, zählt rund 4000 Mitglieder und gehört zum Bezirk Niederrhein.
Bezirke Nach dem Fusionsparteitag 1986 der beiden Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe bildete die CDU in NRW acht Bezirke. Niederrhein-Vorsitzender wurde Willy Wimmer aus Jüchen.
Vier Wahlen in einem Jahr mit Verlusten und zuletzt das Ende der schwarz-gelben Regierung in Düsseldorf haben die CDU geschockt; auch die 4000 Christdemokraten an Rhein und Erft sind verunsichert. In dieser Situation kann das Duell um die Rüttgers-Nachfolge im Vorsitz der NRW-CDU "lebend" wirken. Das glaubt zumindest Lars Christoph (31). Der christdemokratische Hoffnungsträger aus Kaarst freut sich jedenfalls auf die Rededuelle von Armin Laschet und Norbert Röttgen auf den sogenannten Rwegionalkonferenzen der Partei: "Erst wenn ich beide Kandidaten gehört habe, werde ich persönlich mich entscheiden." Für Christoph ist die Mitgliederbefragung ein starkes Element: "Wir als CDU sollten uns stärker für Mitgliedervoten auch auf lokaler und regionaler Ebene öffnen. Die Einladung der Parteien an die Bürger, sich politisch zu engagieren, wird dann wirklich glaubwürdig, wenn wir die Mitglieder auch in den Entscheidungsprozess einbinden." Unterstützung erfährt Christoph von seinem Neusser Kollegen Jörg Gerrlings MdL, der sich selbst im Duell um die CDU-Landtagskandidatur gegen Heinz Sahnen auf einer spannenden Mitgliederversammlung durchsetzte. Damals kamen über 500 Neusser Christdemokraten. Geerlings: "Wir haben in Neuss kein Delegiertensystem." Die Landespartei sei gut beraten, über den Vorsitz die Mitglieder entscheiden zu lassen: "Es gibt Schlimmeres als sich zwischen zwei hervorragenden Kandidaten entscheiden zu können."
Als Landtagsabgeordneter hat er "täglich mit Laschet" zu tun. Gleichwohl hält Geerlings seine persönliche Meinung für sich: "Es geht doch nicht um eine Richtungsentscheidung." Darin sind sich die CDU-Politiker aus dem Rhein-Kreis einig. Heveling sieht keine "politische Kampflinie" und auch Dieter Welsink nicht. Doch der Fraktionschef setzt nach: "Die CDU benötigt ein Konzept aus dem sich Führungsstrukturen ableiten. Und das kann nur lokal und regional sein."
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