Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Der Flughafen Düsseldorf sponsert den Meerbuscher Verein „Rock am Turm“ mit 2000 Euro. Die NGZ sprach mit Veronika Bappert (44), Leiterin des Bereichs Nachbarschaftsdialog und Immissionsschutz am Airport, über das Engagement des Flughafens, das Bürgerbüro und über Fluglärm.
Frau Bappert, die Heavy-Metal-Band Manowar hat es ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft, weil sie so laut ist wie ein startender Jumbo. Nun sponsert der Flughafen „Rock am Turm” ...
Veronika Bappert Es mag sein, dass ein startendes Triebwerk 120 Dezibel erreicht. Wobei gesagt werden muss, dass Flugverkehr keine Hörschäden verursacht, denn niemand stellt sich ungeschützt einen Meter neben ein laufendes Triebwerk. Mit dem Engagement hat das natürlich nichts zu tun.
Wie kam es denn überhaupt zu dem Engagement?
Bappert Herr Stirken vom Verein „Rock am Turm” ist auf uns zugekommen. Und da wir stark in der Jugendarbeit tätig sind - wir unterstützen Schulen, Kindergärten, Sportvereine -, erschien uns die Spende eine gute Idee. „Rock am Turm” besteht ja außerdem nicht nur aus den Konzerten, der Verein stellt zum Beispiel Proberäume auf dem Böhlergelände in Meerbusch zur Verfügung, veranstaltet Workshops.
Der Flughafen Düsseldorf feiert am Samstag, 11 bis 18 Uhr, ein Familienfest rund um das Airport-Bürgerbüro auf dem Flughafen.
Ist die Wahrnehmung des Flughafens bei den Meerbuschern oder Kaarstern eigentlich anders als im Düsseldorfer Norden oder Ratingen?
Bappert In den verschiedenen Stadtteilen gibt es durchaus eine unterschiedliche Wahrnehmung. Mit den Bürgern in Lohausen ist das Verhältnis deutlich besser - obwohl die Anwohner stärker vom Lärm belastet sind. Andererseits sind wir mit den Bürgern in Lohausen oder auch in Tiefenbroich schon länger im Dialog, die Kontakte sind über Jahre gewachsen. Wir bemühen uns sehr, auch den Dialog mit den Anwohnern in Meerbusch weiter zu verstärken.
Mit den „Bürgern gegen Fluglärm” liegt der Airport im Clinch. Auch ein Grund für das Engagement in Meerbusch?
Bappert Das Verhältnis ist schwierig, keine Frage, doch auch die Lärmgegner kommen zu den Veranstaltungen in unser Bürgerbüro.
Sie arbeiten am Flughafen, registrieren Sie den Lärm in ihrem Büro selbst überhaupt noch?
Bappert Beim Telefonieren muss ich schon mal das Fenster schließen. Viel eher registriere ich aber, wenn ein Flugzeug in seltenen Fällen mal von der Route abweicht.
Welche Hilfen bietet der Flughafen lärmgeschädigten Anwohnern?
Bappert Unser Schallschutzprogramm: Anwohner, die einem Dauerschallpegel von 60 Dezibel ausgesetzt sind, haben Anspruch auf Erstattung von baulichen Schallschutzmaßnahmen. Das können Schallschutzfenster sein, Lüfter, gedämmte Rolllädenkästen. Seit 2003 haben sich bei uns mehr als 1750 Antragsteller gemeldet, wir haben über 36 Millionen Euro ausgegeben.
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