Diakonische Werk (NGZ). Von Cordula Schmitz
Das Diakonische Werk im Rhein-Kreis Neuss hat seinen Geschäftsbericht veröffentlicht. Trotz knapper Kassen konnten einige neue Projekte verwirklicht werden. Aber aufgrund der angespannten Finanzverhältnisse musste der Familiendienst eingestellt werden. In Grevenbroich unterhält das Diakonische Werk das Albert-Schweitzer-Haus , in dem ältere Menschen wohnen können und von sachkundigen Helfern wie zum Beispiel Schwester Isabell betreut werden. NGZ-Foto: H. Jazyk
„Das 40. Jahr in der Vereinsgeschichte des Diakonischen Werks im Rhein-Kreis Neuss war eines der ereignisreichsten und wird mit großer Nachhaltigkeit auf die weitere Entwicklung wirken“. So steht es im jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht der Diakonie über das Jahr 2003. Und in der Tat, viele Projekte, die zurzeit angelaufen sind, stammen aus dem vergangen Jahr.
Die Grundsteinlegung für das Seniorenheim „Haus Tabita“ in Kleinenbroich erfolgte noch im Jahr 2003, fertiggestellt wurde der Komplex im April diesen Jahres. Einweihung ist am Samstag. „Haus Tabita“ ist das erste Seniorenheim, dass dem Konzept der Hausgemeinschaft folgt. Dort leben acht bis neun Personen im Haushalt zusammen.
Ein ganz besonderes „Highlight“ gab es im Monat Dezember. Das Modellprojekt „Servicebüro für Ehrenamtlichkeit in der stationären Altenhilfe“ (SESA), erhielt in Berlin den Innovationspreis „Innovatio“. Neben 230 anderen Trägern hatte sich das Diakonische Werk beworben und erhielt von der Jury den Zuschlag. SESA soll den Kontakt zwischen alten Menschen in den verschiedenen Einrichtungen und dem Umfeld verstärken, um das Zusammenleben der Generationen zu stärken. Die sozialen Dienste ziehen grundsätzlich ein positives Fazit.
Einziger Wermutstropfen: Nach fast 40 Jahren musste der Bereich der Familienpflege aus wirtschaftlichen Gründen zum Ende des Jahres 2003 eingestellt werden. Menschen, die den Service in Anspruch nehmen wollten, gab es aber mehr als genug, wie die Zahlen aus dem Geschäftsbericht belegen. Bei der Familienpflege war die Nachfrage traditionell größer als das Angebot. Im Berichtszeitraum erreichten die Diakonie 33 Anfragen, lediglich 17 Familien mit insgesamt 43 Kindern konnte geholfen werden.
Die Beratungstellen für Senioren in Jüchen, Korschenbroich und Dormagen zur Erhaltung der Selbständigkeit bei älteren Menschen sollen beibehalten werden. Wenn das Diakonische Werk den Bau des Seniorenheims in Kleinenbroich fertig gestellt hat, wird die Beratungsstelle voraussichtlich dort untergebracht. Die Diakonie-Pflegestationen in Jüchen, Korschenbroich und Dormagen bezeichnen 2003 als ein erfolgreiches Jahr.
Für Jüchen und Korschenbroich war es eine Zeit der Konsolidierung. Die Anzahl der Pflegekunden stieg auf 77. Dormagen konnte weiter wachsen. „Die Arbeitsbelastung hat zwar zugenommen, aber die Qualität der Pflege konnte dennoch gehalten werden“, heißt es. Die Pflegestation in Dormagen konnte ausgebaut und die Anzahl der Kunden erweitert werden, was wiederum dem Umsatz zu Gute kam. In Grevenbroich und Rommerskirchen gab es im vergangenen Jahr eine ähnliche Entwicklung. Insgesamt wird eine noch engere Verzahnung zwischen den einzelnen Einrichtungen im Pflegebereich angestrebt.
Die materiellen Rahmenbedingungen haben sich im Geschäftsjahr 2003 allerdings stetig verschlechtert.
Das Diakonische Werk muss auch in Zukunft mit kleineren Budgets und gekürzten Haushalten leben. Umso wichtiger ist auch in den kommenden Jahren die Mithilfe der vielen ehrenamtlich tätigen Helfer.
INFO: Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Sie leistet in ihren Einrichtungen einen vielfältigen Dienst am Menschen. Das Werk ist ein gemeinnütziger Verein. Es hat in Deutschland 27 000 selbständige Einrichtungen verschiedener Größe und über eine Million Betreuungsplätze. Das Diakonische Werk beschäftigt 450 000 hauptamtliche Mitarbeiter. Daneben sind rund 400 000 ehrenamtliche Helfer aktiv. Einen großen Teil seiner Mittel bezieht das Werk aus Spenden und der Kirchensteuer.
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