kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Rhein-Kreis Neuss: Der Parasit im Haar

VON CHRISTINE SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 27.10.2006 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). RHEIN-KREIS NEUSS Entsetzt schaut die fünfjährige Emily aus Neuss (Name v. d. Red. geändert) beim Kämmen in den Spiegel: „Mama, da krabbelt was!“ Seit einigen Wochen herrscht in Emilys Kindergarten immer mal wieder „Kopflaus-Alarm“ - nun hat es auch sie erwischt.

Doch Emilys Mutter hat sich entsprechend vorbereitet: Die Haare des Mädchens - und vorsorglich auch die der restlichen Familienmitglieder - werden mit einer Spezialtinktur aus der Apotheke behandelt, Bettwäsche und Handtücher wandern direkt in die Waschmaschine, die Kuscheltiere müssen für eine Weile in Plastiktüten verpackt in der Kühltruhe frieren.

Kopfläuse gab es immer

„Wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken, kann es schon mal sein, dass die Tierchen den Besitzer wechseln“, sagt Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreis-Gesundheitsamts in Grevenbroich. In seiner Behörde gehen derzeit täglich ein bis drei Meldungen über Kopflaus-Befall ein: „Das ist keine besondere Häufung, aber mit Beginn der kalten Jahreszeit, wenn die Mützen wieder zum Einsatz kommen, erwarten wir deutlich höhere Fallzahlen“, so der Experte. Beunruhigend sei dies allerdings nicht: „Kopfläuse hat es immer gegeben. Wir haben in den vergangenen Jahren keine besondere Zunahme festgestellt.“

Da die Parasiten aber nicht nur über den direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt, sondern auch durch Kämme, Mützen oder Schals übertragen würden, lautet sein Rat an Kindertagesstätten und Grundschulen: „Die Kleidungsstücke der Kinder sollten an den Garderoben besser nicht dicht an dicht hängen.“ Rund 400 bis 500 Fälle von Kopflaus-Befall werden pro Jahr beim Gesundheitsamt gemeldet. Die Dunkelziffer liege sicher weit höher, vermutet Dörr, da nur die öffentlichen Einrichtungen für Kinder der Meldepflicht unterliegen.

In den Kindergärten haben die meisten Erzieherinnen Erfahrung damit, wie man die lästigen Plagegeister wieder los wird: „Im Moment gibt es bei uns glücklicherweise keine Läuse, aber im vergangenen Jahr war es schlimm“, erzählt Tanja Spicks. Die stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte „Rasselbande“ in Dormagen hat sich mit ihren Kolleginnen in der Apotheke beraten lassen und einen speziellen Reinigungsschaum besorgt, mit dem Teppiche und Polster behandelt werden können, falls bei einem Kind Kopfläuse gefunden werden. „Was sich nicht auf 60 Grad waschen lässt, verschnüren wir in Plastiksäcke.“ Nach zwei Wochen sind die Parasiten ausgehungert und sterben ab.

Dorothea Braeuer-Lustenberger setzt insbesondere auf die Mithilfe der Eltern: „Wenn ein Kind Läuse hat, werden die Eltern der Klassenkameraden durch einen Hinweis im Aufgabenheft des Kindes - natürlich anonym - davon unterrichtet“, so die Leiterin der St.-Peter-Grundschule in Rosellen. Sie sollten dann die Köpfe ihrer Kinder ganz besonders im Auge behalten, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Kopfläuse seien in ihrer Schule „immer mal wieder ein Thema, wir können aber nur Lehrer und Eltern informieren und die betroffenen Kinder nach Hause schicken.“

Ihre Amtskollegin Marita Pick-Hildebrandt, Leiterin der Katholischen Grundschule St. Josef in der Grevenbroicher Südstadt, fordert eine Bescheinigung des Haus- oder Kinderarztes ein, dass das betreffende Kind läusefrei ist. „Erst dann darf es die Schule wieder besuchen.“ Dieses Verfahren werde akzeptiert: „Die Eltern sind sehr einsichtig, es gibt selten Probleme.“

Und worauf sollten Eltern achten, wenn in Schule oder Kindergarten „Laus-Alarm“ herrscht? „Insbesondere im Nacken, an den Schläfen und im Bereich der Ohren sollte man die Haare gründlich untersuchen“, so Dr. Dörr. Sind Läuse oder Nissen zu finden, müssen die Haare mit speziellen Präparaten aus der Apotheke behandelt werden. „Nach acht bis zehn Tagen ist eine Zweitbehandlung notwendig, da Lauseier, aus denen weitere Läuse schlüpfen können, die erste Anwendung oftmals überleben“, informiert das Deutsche Grüne Kreuz. Bei Fragen hilft das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss, Auf der Schanze 1 in Grevenbroich, weiter.

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR

Rhein-Kreis Neuss

Rhein-Kreis: Ampeln ohne Rotlicht

Rhein-Kreis Neuss Zehn grüne und neun gelbe Ampeln, kein Rot weit und breit - das ist kein Autofahrertraum, sondern das Ergebnis einer Untersuchung des Rhein-Kreises Neuss durch die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) NRW. Die Prüfung ist ebenso gesetzlich ... VON Frank Kirschstein  mehr

 

Rhein-Kreis Neuss

CDU-Kompass

Die Politik der CDU beruht auf dem christlichen Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott. Für uns ist der Mensch Geschöpf Gottes und nicht das Maß aller Dinge. Wir sind als Menschen zur ethisch verantwortlichen Gestaltung der Welt ... mehr

 
 

Rhein-Kreis Neuss

„Heimat ist einmalig“

 
 

Rhein-Kreis Neuss

„Neue Erinnerungskultur“

 
BILDER AUS DEM RHEIN-KREIS
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis mehr 
 
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis
Freibäder und Badeseen im Rhein-Kreis
mehr 
„Magic Monte Carlo“ in Roncallis Apollo Varieté
„Magic Monte Carlo“ in Roncallis Apollo Varieté
„Magic Monte Carlo“ ist die neue Show in ..
mehr 
Das sagen die Bürger im Rhein-Kreis zur NRW-Wahl 2012
Das sagen die Bürger im Rhein-Kreis zur NRW-Wahl 2012
Das sagen die Bürger im Rhein-Kreis zur NRW-Wahl 2012
mehr 
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen
Der Wahlabend in Dormagen und Rommerskirchen. NRW-Wahl 2012
mehr 
 
Familienanzeigen