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Rhein-Kreis Neuss: „Der Weg ist das Ziel“

VON THILO ZIMMERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.11.2006 - 21:00

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss An der Wand hängt eine Collage mit bunten Zetteln. „Der Weg ist das Ziel“, so ist das Werk überschrieben. Es reicht von Begriffen wie „Kompetenz“ und „Erfahrung“ auf der linken Seite bis zu „Praxis“ und „Einstellungschancen“ auf der rechten.

Bei der Agentur für Arbeit lassen sich viele ältere Erwerbslose beraten. Im 
Rahmen des Projekts „Fresh Up 50+“ lernen sie, Kompetenz und Erfahrung in die 
Waagschale zu werfen und so die Chance auf einen neuen Job zu erhöhen.  Foto: Agentur für Arbeit
Bei der Agentur für Arbeit lassen sich viele ältere Erwerbslose beraten. Im Rahmen des Projekts „Fresh Up 50+“ lernen sie, Kompetenz und Erfahrung in die Waagschale zu werfen und so die Chance auf einen neuen Job zu erhöhen. Foto: Agentur für Arbeit

Mittendrin geht es um Persönlichkeitstraining, Fachkenntnisse und Kommunikation. Womit das Projekt „Fresh Up 50+“ schon gut beschrieben wäre.

Ursula Dittrich, Leiterin der Reha-Abteilung der auch für den Rhein-Kreis Neuss zuständigen Agentur für Arbeit in Mönchengladbach, hat das Konzept erarbeitet. In diesem Jahr stehen der regionalen Arbeitsagentur rund 1,6 Millionen Euro für solche Angebote zur Verfügung.

Unter dem Titel „Fresh Up 50+“ läuft mittlerweile in Mönchengladbach und im Neusser Rheinparkcenter der siebte Kursus bei der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA), die als Bildungsträger ausgewählt wurde. Am Freitag zogen die Beteiligten eine positive Zwischenbilanz.

Info
Erfolg in Zahlen


Das Projekt „Fresh Up 50+“ verzeichnete bisher 163 Teilnehmer, davon besuchten
und besuchen 110 die Kurse in Neuss, 53 in Mönchengladbach. Nicht nur die Resonanz,
auch die Erfolgsquote kann sich sehen lassen. Von den ersten beiden Lehrgängen,
die im Frühjahr begannen, fanden in Mönchengladbach von 26 Männern und Frauen
neun eine Arbeit, eine davon als Selbständige. In Neuss waren es zehn, eine
davon war ebenfalls eine Existenzgründung.

Maximal ein halbes Jahr dauert das Seminar inklusive eines viermonatigen Praktikums. Daniela Dhiab konzipiert und verantwortet die Förderung der beruflichen Weiterbildung bei der Arbeitsagentur.

Ihr Fazit: „Die Nachfrage nach diesen Lehrgängen ist sehr groß. Die Menschen in dieser Altersgruppe wollen arbeiten und suchen nach Möglichkeiten, sich weiterzubilden, sich zu qualifizieren. Deshalb haben wir ständig unser Angebot aufgestockt und planen, 2007 weiterzumachen.“

Auch Irmtraud Wilms, die Leiterin des DAA-Kundencenters, ist voll des Lobes über die Initiative: „Wir können damit wirklich etwas bewirken - wir erhalten die Nähe zum Arbeitsmarkt, machen die Menschen wieder fit fürs Berufsleben und entwickeln neue Perspektiven. Auch in der Wirtschaft findet langsam ein Umdenken statt, ältere Arbeitskräfte sind wieder geschätzt.“

Wie wenig das in den vergangenen Jahren der Fall war, machten Dozenten und Teilnehmer der „Fresh Up 50+“-Lehrgänge am Freitag mehr als deutlich: 54 Prozent der deutschen Unternehmen habe keine Mitarbeiter über 50 Jahre mehr.

„Das ist eine Verschwendung von Ressourcen. In anderen Ländern ist das doch nicht so, und die stehen wirtschaftlich auch nicht schlechter da als wir“, hieß es. Die „50+“-Kunden der Arbeitsagentur lernen nun, wie man moderne Bewerbungsmappen erstellt und wie ein Computer funktioniert.

Beim Persönlichkeitstraining in der Gruppe entdecken sie verborgene Talente und neue Motivationsquellen. „Die meisten von uns haben sich in Arbeitslosigkeit und Resignation wahllos beworben.

Jetzt kommt Struktur in die Sache hinein, und das fördert Eigeninitiative und Souveränität gleichermaßen“, berichtete eine Teilnehmerin.

Die DAA-Dozentinnen Birgit Schumacher und Petra Bohnen freuen sich über die Resonanz: „Die Gruppe stärkt und stützt sich gegenseitig, und so entsteht ein Netzwerk, von dem alle profitieren.“ Viele derzeitige Absolventen haben bereits einen Praktikumsplatz bei einem Unternehmen sicher - manche sogar mit der Option auf eine Volleinstellung.

Quelle: NGZ


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