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Rhein-Kreis Neuss: Design für den Swimmingpool

VON SIMON HOPF - zuletzt aktualisiert: 24.07.2008 - 21:30

Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Neuss Seile, Motorrad- und Autozubehör, Haushaltsleitern und Ausstattungselemente aus Edelstahl für Schwimmbäder: Das Portfolio der Neusser Firma Eichenwald hat während der vergangenen Jahrzehnte eine erstaunliche Wandlung erlebt. „Mein Urgroßvater“, erinnert sich Marc Hölter, „hat nach dem Ersten Weltkrieg mit der Herstellung von Hanfseilen begonnen.“

Blick in die Produktionshalle: Sie befindet sich auf dem Firmengelände an der Ruhrstraße im Gewerbegebiet Norf-Derikum.  Foto: Woi
Blick in die Produktionshalle: Sie befindet sich auf dem Firmengelände an der Ruhrstraße im Gewerbegebiet Norf-Derikum. Foto: Woi

Gustav Eichenwald legte vor rund neunzig Jahren den Grundstein des prosperierenden Familienunternehmens, dessen Geschichte im Neusser Hafen beginnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Hölters Großvater dann auf die wachsende Motorisierung - ob auf zwei oder vier Rädern. Produziert wurden beispielsweise Windschutzscheiben für Roller, aber auch Motorradhelme mit dem charakteristischen Markenschriftzug „Ideal“.

Das nachfolgende Geschäft mit Haushaltsleitern war ein weiterer Meilenstein bei der Entwicklung der Firma, die seit mehr als 30 Jahren mit Schwimmbadzubehör am Markt präsent ist.Auch hier sind es Treppen und Leitern, die einen Teil der Produktpalette bestimmen; hinzu kommen Geländer und Haltegriffe, aber auch (Garten-)Duschen, ein Segment, das sich laut Hölter gut entwickelt.

Ist es zum einen der öffentliche Bereich, in denen Fabrikate der Neusser Firma Verwendung finden, so hat nach Auskunft Hölters der Privatbereich mit etwa 90 Prozent die größte Bedeutung. Eichenwald hat sich hier an führender Stelle positionieren können. „Die Konkurrenz sitzt in erster Linie in Spanien“, sagt der 44-Jährige.

Den Exportanteil des Unternehmens beziffert er auf 40 Prozent. Hauptmärkte sind neben Deutschland die Schweiz, Österreich, Benelux, Frankreich, Island, Schweden, Norwegen, Estland und Russland, gerade dort boomt es.

„Die Verkaufszahlen sind stark ansteigend“, zeigt er sich zufrieden. Zupass kommt ihm, dass das einstige Statussymbol Swimmingpool längst popularisiert ist. Inzwischen gebe es für jedes Budget etwas. „Das nützt uns.“ Das Geschäft, sagt Hölter, laufe „business to business“, ist also nicht auf den Endverbraucher fokussiert, sondern auf andere Hersteller, Schwimmbadbauer und den Fachhandel.

Am Standort im Gewerbegebiet Norf-Derikum, wo das Unternehmen seit 37 Jahren ansässig ist, ist auch die Fertigung konzentriert. Ausgangsprodukt sind Edelstahlrohre, die durch Kaltbiegung in die gewünschte Form gebracht werden. Ergänzt um weitere Elemente gehen die Produkte als Modell durchnummeriert in den Verkauf: beispielsweise 08 (Treppe „Miami Swing“), 04 (Leiter „Tina“) und 18 (Treppenhandlauf) oder 34 (Dusche „Mistral“).

Unabhängig davon setzt Hölter auf Individualität. Die Firma erfülle auch kleine Aufträge und sehe ihre Kompetenz in allem, „was aus Edelstahl gemacht werden muss“, betont Hölter, der nach einer Banklehre studiert hat, aber noch während des Studiums ins väterliche Unternehmen wechselte. Die Abläufe dort hatte er während vieler Ferienjobs kennen gelernt, erinnert sich der Meerbuscher im Gespräch mit der NGZ.

Stolz ist er darauf, dass viele der 24 Mitarbeiter, die der Betrieb beschäftigt, schon sehr lange für Eichenwald tätig sind: „Die Fluktuation tendiert gegen Null.“ Auch an Neuss als Firmensitz lässt Marc Hölter nicht rütteln: Zentralität und das Angebot an Fachkräften stimmen. „Der Standort steht nicht in Frage“, betont er - und muss dann doch zugeben: „Uns kennt man hier eigentlich gar nicht mehr.“

Quelle: NGZ


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