Rhein-Kreis Neuss (NGZ). Rhein-Kreis Neuss Die erneuerbaren Energien sind ein großes Thema: Während aber Wind-, Wasser - und Solarkraft schon seit langem genutzt werden, gilt Biogas als die regenerative Energie der Zukunft. Im Rahmen der Sinstedener Landwirtschaftskonferenzen im Kreiskulturzentrum stand die gestrige Fachtagung deshalb auch unter dem Motto „Biomasse“, um diesen Trend analysierend aufzugreifen.
„Die Landwirtschaft hat im Rhein-Kreis eine hohe Bedeutung. Obwohl wir wirtschaftsstärkster Standort in Nordrhein-Westfalen sind, wird über 60 Prozent der Fläche für die Landwirtschaft genutzt,“ rief Johannes Nordmann, Leiter des Amtes für Entwicklungs- und Landschaftsplanung, den Teilnehmern in Erinnerung. „Die Tagung baut auf das Programm für die Landwirtschaft auf, dass vor zwei Jahren von der Kreispolitik verabschiedet wurde und Zukunftswege in diesem Sektor verdeutlicht,“ so Nordmann weiter.
Und eine der Chancen für die Landwirtschaft von morgen ist die Nutzung von Biomasse. Darunter versteht man Substanzen, die im Gärungsprozess Gase freisetzen, die zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Bei der Tagung in Sinsteden wurden zwar auch die Probleme und Risiken, die bei einem Anbau von Mais und Raps für Biogasanlagen auftreten, angesprochen, doch scheint Optimismus das Gebot der Stunde, denn: „Die Entwicklung an Argarstandorten wie dem Rhein-Kreis hat gerade erst begonnen, Biogas hat Zukunft,“ betonte Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt. Er sieht die Politik in der Pflicht, Biogas weiter zu fördern und dessen Herstellung für die Landwirte attraktiv zu machen.
Die Medaille hat indessen zwei Seiten, auch das wurde am Donnerstag deutlich: „Die gestiegenen Lebensmittelpreise machen eine Nutzung von Feldern zur Lebensmittelerzeugung wieder wesentlich interessanter“, ließ Lothar Menzel, Mitarbeiter im Amt für Entwicklungs- und Landschaftsplanung, erkennen.
Mit über 150 Landwirten, Interessierten und Fachkundigen aus der gesamten Bundesrepublik kamen am Donnerstag weit mehr Teilnehmer in Sinsteden zusammen, als man erwartet hatte: „Wir hatten eigentlich nur mit Landwirten aus dem Kreis gerechnet,“ gestanden Martin Hannen, Ministerialrat im Umweltministerium, und Landrat Dieter Patt. Abgerundet wurde die dichte Vortragsfolge schließlich mit einem Besuch der Biogasanlage in Neurath.
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