Rhein-Kreis Neuss (NGZO). Rhein-Kreis Neuss Die ständige Suche nach "den Jungen" war gestern. Heute denken Arbeitgeber anders, müssen sie auch, denn der qualifizierte Nachwuchs bleibt aus, die Zahl der älteren Arbeitnehmer dagegen steigt und wird weiter steigen. Und so befassen sich die, die Arbeit anzubieten haben, mit denen, die sie suchen, und stellen fest, dass gerade die Älteren die Qualitäten aufweisen, die sie auch erwarten – Zuverlässigkeit, Erfahrung im Beruf und Lebenserfahrung.
"Visionen 50plus" lautet ein Programm der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhein-Kreis Neuss, das sich zum Ziel gesetzt hat, die älteren Arbeitslosen wieder ins Berufsleben zu integrieren. Knapp 2500 Menschen über 50 Jahre sind im Rhein-Kreis ohne Arbeit. 282 von ihnen nehmen zurzeit an "Visionen 50plus" teil. "30 sind bis jetzt vermittelt", erklärt Projektleiterin Sylvia Becker, "25 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, fünf in eins bis zu sechs Monaten."
Bis Ende Dezember, so plant es die 43-Jährige, sollen 600 Arbeitslose am Projekt teilnehmen, bis Ende 2010 – bis dahin fließen die Mittel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für diesesProgramm auf alle Fälle – sogar 1000 bis 1200. Sorgfältig werden die Teilnehmer für die Maßnahme ausgewählt. "Sie müssen schon willig, motiviert und körperlich sowie geistig in der Lage sein, eine entsprechende Arbeit zu erledigen", sagt Becker.
Fehlt es an einem gewissen Know How, zum Beispiel bei der Bedienung eines Computers, wird in entsprechenden Kursen "Nachhilfe" erteilt. "Außerdem erhalten Arbeitgeber, die jemanden über 50 Jahre einstellen, bis zu 36 Monaten einen Eingliederungszuschuss", so Sylvia Becker.
Geplant ist zusätzlich eine sogenannte Praxiserprobung von vier bis sechs Monaten in den Arbeitsbereichen Küche, Handwerk und Kaufmännisches Wissen. Die soll ARGE-intern erfolgen. "Wir suchen zurzeit noch nach geeigneten Räumen, um alles unter einem Dach zu haben", informiert die Projektleiterin. Finanzielle Hilfe erhalten die Kandidaten auch, wenn's um den Friseurbesuch vor einem Bewerbungsgespräch oder aber passende Berufskleidung geht.
Neben den Arbeitsvermittlern kann sich auch ein Kompetenz-Team um die Arbeitssuchenden kümmern, wenn verschiedene Vermittlungsversuche bereits gescheitert sind. In dem sitzen ein Sozialpädagoge, ein Gesundheitsexpertsowie ein Jobcoach. "Wir sind die einzige Arbeitsgemeinschaft, die zusätzlich solch ein Team für die über 50-Jährigen anbietet", erzählt Becker.
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