Christina Döhlings (NGZO). Christina Döhlings gewinnt den Autorenvertrag / Buch erscheint im November
Rhein-Kreis Neuss Die Familie freut sich mit: "Alle meine Kinder umarmen mich", sagt Christina Döhlings fröhlich. Ein paar Minuten zuvor hat das Telefon geklingelt. Die gute Nachricht für Christina Döhlings: Sie ist Gewinnerin des zweiten NGZ-Krimiwettbewerbs, der gemeinsam mit dem Kölner Emons-Verlag im Herbst vergangenen Jahres gestartet worden war.
"Ich selber habe am meisten gezweifelt", sagt die Neusserin – im Gegensatz zu Freunden, Angehörigen und Bekannten, die sie darin bestärkt hatten, dass ihr Roman, der entsprechend den Vorgaben in historischem Milieu angesiedelt ist, eine Chance haben könnte. Insgesamt hatten der Jury, die Mitte dieser Woche die Entscheidung traf, drei umfangreiche Manuskripte zur Auswahl vorgelegen. Mit großer Einmütigkeit war in der Sitzung im Pressehaus Neuss dann der unter dem Arbeitstitel "Hexenfreunde" verfasste Roman von Christina Döhlings, die beruflich in einer Einrichtung der St.-Augustinus-Behindertenhilfe tätig ist, ausgewählt worden. Die Gewinnerin erhält nun einen Autorenvertrag, das Buch soll im November erscheinen und wird dann auch öffentlich vorgestellt.
"Ich habe meinem Vater viel zu verdanken", sagt sie. Denn der sei "genial begabt" gewesen, was das Geschichtenerzählen betraf. Christina Döhlings selbst hat ihre Handlung zu Beginn des 16. Jahrhunderts im frühneuzeitlichen Neuss angesiedelt. In und um Neuss verschwinden im August des Jahres 1509 mehrere Personen. Da dies mit einigen unerklärlichen Todesfällen und anderen mysteriösen Ereignissen zusammentrifft, werden zwei Frauen der Hexerei verdächtigt, denn beide standen in Kontakt zu den betroffenen Familien. Ein zusammengerufener "Hexenausschuss" bemächtigt sich der beiden Verdächtigen und wirft sie in den Blutturm. Auf Hexerei steht der Tod – und damit beginnt der Wettlauf gegen die Zeit ...
Christina Döhlings, Anfang 40, greift mit ihrer Idee eine kurze Randnotiz der Neusser Stadtgeschichte auf und schildert sehr plastisch, spannend und mit einer feinen Prise Humor, wie es in den Gassen, Verliesen, Häusern und öffentlichen Gebäuden der Stadt damals zugegangen sein könnte. "Sie schafft es, ihre Figuren wirklich lebendig werden zu lassen", charakterisiert Jurymitglied Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW) die handelnden Personen des Romans. "Die Autorin gelingt es, den Leser mit auf die Reise zu nehmen", beschreibt es Ulrike Schanko, ehemalige Intendatin des Rheinischen Landestheaters und ebenfalls Mitglied der Jury.
In den kommenden Wochen durchläuft das Manuskript das Lektorat, für das Stefanie Rahnfeld, Emons-Verlag, verantwortlich ist. Sie hatte bereits den ersten NGZ-Krimiwettbewerb vor einigen Jahren mit begleitet. Die damalige Gewinnerin legte zwischenzeitlich bereits ihr zweites Buch vor.
Neben Christina Döhlings Romanentwurf waren Simone Tieves-Diel aus Kaarst und Helga Brinker aus Neuss mit ihren Vorschlägen in die Endrunde gekommen. "Ich habe beiden angeboten, ihren Text nach einer umfangreichen Überarbeitung anhand der Kritikpunkte der Jury dem Verlag noch einmal unverbindlich einzureichen", betont Stefanie Rahnfeld. Darin steckt auch die Anerkennung für das Geleistete. Jurymitglied Dr. Karl Emsbach, Kreisarchivar in Zons, zollt allen drei Wettbewerbsteilnehmerinnen großes Lob: "Es hat mir sehr imponiert, dass sie sich daran getraut haben."
Dass die Wettbewerbsteilnehmer jeweils historische Themen aufgreifen sollten, war zu Beginn des Wettbewerbs festgelegt worden. Damit musste die Handlung in einem geschichtlichen Rahmen spielen. Für die Autoren bedeutete dies, sich intensiv in die Vergangenheit einlesen zu müssen, um eine schlüssige und authentische Geschichte entwickeln zu können.
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