Sommertour: Geheimnisvolle Orte (37) (NGZ). Während der Ferienwochen berichten unsere Reporter täglich von uralten Legenden und geheimnisvollen Orten in Nordrhein-Westfalen. Heute: Auf den Spuren der Zwerge von Müngsten.
Das Bergische Land ist reich an Märchen und Sagen. Eine Sage erzählt die Geschichte eines bei Müngsten lebenden Solinger Hammerschmieds, der eines Nachts auf seinem Heimweg vom Wirtshaus auf Zwerge traf, die im Mondschein zwischen Bäumen und Felsen herumsprangen, am Flussufer tanzten und dabei ihre Mützen in die Luft warfen. Plötzlich fiel einem der kleinen Kerlchen sein Mützchen in die Wupper. Der Zwerg tat dem Schmied leid und so stieg er in das Wasser und fischte die Mütze heraus. Der Zwerg freute sich darüber so sehr, dass er als Dank von diesem Tag an jede Nacht in den Kotten des Schmieds kam und dessen Arbeit verrichtete.
Brückenpark
Im 2006 eröffneten Brückenpark trifft Natur auf Technik. Im Mittelpunkt der drei Bergischen Großstädte Solingen, Remscheid und Wuppertal liegt die weltberühmte Müngstener Brücke. Der Brückenpark gilt heute als ein touristisches Highlight, welches jedes Jahr von über 300.000 Menschen besucht wird.
Gelebt haben die Zwerge in den nach ihnen benannten Zwergenklippen – einer steilen, bis zu fünf Meter hoch herausragenden Felsformation an einem überwiegend bewaldeten Hang. Auf einer historischen Ansichtskarte aus dem Jahr 1909 werden die Felsen auch als Teufelsklippen bezeichnet.
Die Zwergenklippen sind über die vom Solinger Brückenpark ausgehende Verlängerung des Brückenweges in Richtung des Stadtteils Burg zu erreichen. Folgt man dem unter der Müngstener Brücke beginnenden Erlebniswanderweg vorbei an der Wüstung Arnsberger Kotten, trifft man nach rund 1,5 Kilometern auf die Zwergenklippen.
In der Felsformation finden sich tiefe Spalten und kleine Höhlen, die den Zwergen als Heimstatt gedient haben sollen. Zweifel herrscht allerdings bis heute, in welchem Kotten sich die Geschichte vom Schmied und dem fleißigen Zwerg abgespielt haben soll. Am Arnsberger Kotten oder am unweit davon entfernten Schaltkotten? Im Rahmen einer naturkundlich-historischen Exkursion hatte sich Dr. Jan Boomers von der Biologischen Station Mittlere Wupper festgelegt. Für ihn spielt die Sage im Arnsberger Kotten. Wo der Kotten früher stand, findet sich heute eine Formation behauener Steine, die den Wanderer auf seinem Weg zu den Zwergenklippen zu einer kleinen Rast einladen.
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